Ein Wiedersehen ohne jeden Groll

Diefflen · Ex-Profi Christian Eggert und der Oberligist FV Diefflen spielen im Saarlandpokal-Halbfinale heute gegen Elversberg.

Ein Wiedersehen ohne jeden Groll
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Bei Christian Eggert hat es doch wieder in den Füßen gejuckt. Nach einem halben Jahr Fußball-Pause spielt der Ex-Profi des 1. FC Saarbrücken und der SV Elversberg seit der Winterpause beim Oberligisten FV Diefflen. "Ich wollte mich eigentlich nur ein wenig fit halten und dort mittrainieren", erzählt der 31-Jährige. Doch beim FV erkannte Trainer Thomas Hofer schnell, dass Eggert seinem Team weiterhelfen kann. Und so überredete er den Defensiv-Akteur, auch für die Rot-Weißen zu spielen. Seit den ersten Partien nach der Winterpause trägt Eggert nun das FV-Trikot.

"Ich habe zunächst einmal bis zum Ende dieser Saison zugesagt", erzählt Eggert. Seine ersten Eindrücke vom neuen Club sind sehr positiv. "Thomas Hofer ist ein klasse Typ als Trainer, und der Verein ist sehr gut geführt", sagt Eggert. Mittlerweile kann er sich auch vorstellen, über das Rundenende hinaus in Diefflen zu bleiben. "Darüber werden der Verein und ich Ende des Monats Gespräche führen", bestätigt Eggert.

Vorher gilt seine volle Konzentration dem Saarlandpokal-Halbfinale heute Abend. Dann erwartet er mit Diefflen um 19 Uhr den Regionalligisten SV Elversberg. In der Spielzeit 2014/2015 trug Eggert das Trikot der SVE. Für ihn war es damals eine Saison mit Höhen und Tiefen. In der ersten Saisonhälfte war er Stammspieler, danach wurde er kaum noch berücksichtigt und musste in der zweiten Mannschaft spielen.

"Die erste Saisonhälfte war für mich sehr erfolgreich. Doch dann hat unser Trainer Willi Kronhardt in der Winterpause wohl eine Idee gehabt - und ich bin nicht mehr zum Zug gekommen", blickt Eggert zurück. Als Kronhardt kurz vor Saisonende entlassen wurde, kam Eggert wieder zum Einsatz. Dass die SVE damals die Aufstiegsrelegation zur 3. Liga verpasste, konnte aber auch er nicht mehr verhindern.

Im Sommer 2015 wurde der aktuelle SVE-Trainer Michael Wiesinger Übungsleiter an der Kaiserlinde. "Er hat mir gesagt, dass er nicht mehr mit mir plant", berichtet Eggert. Böse ist er dem 44-Jährigen deshalb nicht: "Er hat das mir gegenüber auch offen kommuniziert. Deshalb habe ich überhaupt kein Problem damit", sagt Eggert. Er wechselte daraufhin zu Regionalliga-Aufsteiger SV Saar 05. Mit dem Club aus der Landeshauptstadt stieg er aber direkt wieder aus der 4. Liga ab.

Danach nahm Eggert eine Auszeit vom Fußball. Auch weil der Familienvater, der in Heusweiler-Eiweiler lebt, derzeit an der Karriere nach der Karriere arbeitet. Eggert macht eine Umschulung im kaufmännischen Bereich bei einem Autohaus. Zudem hat er gerade die "Talentfördergruppe Eggert" gegründet. "Dort biete ich gemeinsam mit ausgebildeten Trainern ein zusätzliches Fördertraining für Jugendspieler an", berichtet der 31-Jährige. Der Startschuss für dieses Projekt fällt ausgerechnet heute. "Ich komme von dort direkt zum Pokalspiel."

In der Partie gegen seinen Ex-Club wird Eggert voraussichtlich in der Innenverteidigung spielen. Dabei ist er ja eigentlich im defensiven Mittelfeld zu Hause. "Auf der Sechs zu spielen, macht mir auch mehr Spaß. Aber in der Abwehr kann ich der Mannschaft momentan mehr helfen", sagt er. Im Abwehrverbund will er dafür sorgen, dass seine ehemaligen Elversberger Teamkollegen wie Lukas Kohler, Markus Obernosterer oder Thomas Birk so wenig Platz wie möglich bekommen.

Aber kann Diefflen eine Sensation gegen Elversberg schaffen? "Es ist zwar eine Phrase, aber es ist wirklich so: Es geht nur, wenn wir einen superguten Tag haben und Elversberg einen schlechten."

Im vergangenen Jahr traf Diefflen - damals noch ohne Eggert - ebenfalls im Pokal-Halbfinale auf die SVE. Damals verlor der FV mit 1:3. Doch der damalige Saarlandligist zog sich achtbar aus der Affäre und hatte beim Stand von 0:0 sogar etliche gute Möglichkeiten zum Führungstreffer. Die Partie vor zwölf Monaten sahen 1100 Zuschauer. "Dieses Jahr rechnen wir mit noch mehr Besuchern", erklärt Diefflens Sportvorstand Ralf Jung. Deshalb rät er den Zuschauern zu einer frühzeitigen Anreise.