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Vertragsverlängerung von Messi: Ein Vertrag mit „Anti-Scheich-Klausel“

Vertragsverlängerung von Messi : Ein Vertrag mit „Anti-Scheich-Klausel“

Warum die Unterschrift von Messi beim FC Barcelona so lange auf sich warten ließ. Der Argentinier bleibt bis 2021.

Für Lionel Messi gehört es eigentlich zur Routine, neue Verträge beim FC Barcelona zu unterschreiben. In den vergangenen zwölf Jahren setzte der Weltklasse-Fußballer bereits sieben Mal seinen Namenszug unter einen Kontrakt mit den Katalanen. Die Unterzeichnung seines achten Profi-Vertrags am Wochenende war für den 30 Jahre alten Argentinier jedoch etwas Besonderes. Dafür hatte er sich eigens einen dunklen Anzug samt Krawatte angezogen.

Der Grund: Die feierliche Zeremonie war von den Fans des FC Barcelona seit Monaten herbeigesehnt worden. Bereits Anfang Juli hatte Barça mitgeteilt, dass die Clubführung sich mit Messis Managern auf eine Verlängerung des Mitte 2018 auslaufenden Vertrags bis Juni 2021 geeinigt habe. Es fehlten nur die Unterschriften.

Wie wichtig Messi für den FC Barcelona ist, bewies der Argentinier am Sonntagabend beim 1:1 seines Teams im Spitzenspiel beim FC Valencia. Er gab die Vorlage zum Ausgleichstreffer durch Jordi Alba. Zuvor hatte er bereits ein Tor erzielt, das der Schiedsrichter – zu Unrecht – nicht anerkannt hatte.

Vereinspräsident Josep Maria Bartomeu hatte die Verzögerung der Vertragsunterzeichnung damals damit begründet, dass man keinen passenden Termin gefunden habe. Je mehr Zeit verging, desto mehr fragte sich mancher: Was steckt dahinter? Will Messi den Club, dem er sich mit 13 Jahren angeschlossen hatte, vielleicht doch verlassen? Nun stellte sich heraus, dass er keineswegs die Absicht hatte, dem FC Barcelona den Rücken zu kehren. Der Grund hatte vielmehr mit dem Weggang des Star-Angreifers Neymar zu tun. Der Brasilianer war für eine Rekordablöse von 222 Millionen Euro von Paris Saint-Germain abgeworben worden.

Der völlig unerwartete Wechsel löste in der Vereinsführung einen Schock aus. Die Verantwortlichen schworen sich: So etwas passiert uns nicht ein zweites Mal. Barça nahm daher mit den Messi-Managern neue Gespräche über den bereits fertig ausgehandelten Vertrag auf. Dieser hatte eine Aufstockung der Ablöse von 250 auf 300 Millionen Euro vorgesehen. Die Summe erschien dem Club nun allerdings zu niedrig. Denn wenn PSG mit Scheich Nasser al-Chelaifi aus Katar an der Spitze 222 Millionen Euro für Neymar ausgeben konnte, schien es nicht ausgeschlossen, dass ein finanzstarker Club 300 Millionen für den fünfmaligen Weltfußballer Messi lockermacht.

In dem nun unterzeichneten Vertrag kamen beide Seiten überein, die Ablöse auf 700 Millionen mehr als zu verdoppeln. Das in Barcelona erscheinende Fachblatt „Sport“ sieht darin eine „Anti-Scheich-Klausel“. „Wir sind mit Messi übereingekommen, die Ablösesumme an die Situation auf dem Transfermarkt anzupassen“, sagte Barças Clubchef Bartomeu. Allerdings ist Messi damit nicht der teuerste Fußballer. Dies bleibt der Portugiese Cristiano Ronaldo von Real Madrid, dessen Ablöse in dem ebenfalls bis zum Jahr 2021 laufenden Vertrag auf die astronomische Summe von einer Milliarde Euro festgesetzt wurde.

Wie hoch Messis Gehalt ist, teilte der Club nicht mit. In Medienberichten ist von mehr als 30 Millionen Euro im Jahr die Rede. Wenn Messis neuer Vertrag ausläuft, wird der Argentinier 34 Jahre alt sein. „Mein Traum ist es, meine Karriere in Barcelona zu beenden“, sagte „La Pulga“ (der Floh): „Und ich bin dabei, den Traum zu verwirklichen.“

Lionel Messi jubelt – immer und immer wieder. In 602 Spielen für den FC Barcelona hat er 523 Tore erzielt. Foto: dpa/Daniel Ochoa De Olza

Einen Tag vor der Unterzeichnung hatte Messi zum vierten Mal den „Goldenen Schuh“ für den erfolgreichsten Torschützen in Europa entgegengenommen. Für Barça hat er in 602 Spielen 523 Tore erzielt und 30 Titel gewonnen. Er ist damit der erfolgreichste Torjäger in der Geschichte der spanischen Liga.