Ein Tor, das lähmt

Kaiserslautern. Nein, der Schlusspfiff war noch nicht die Erlösung. Interview-Wunsch um Interview-Wunsch türmte sich vor Kevin Trapp auf. Jeder wollte wissen, warum ihm dieser Fehler unterlaufen war, diese fatale Unachtsamkeit, die dem Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern am späten Freitagabend beim 0:2 (0:0) das Genick gebrochen hatte

Kaiserslautern. Nein, der Schlusspfiff war noch nicht die Erlösung. Interview-Wunsch um Interview-Wunsch türmte sich vor Kevin Trapp auf. Jeder wollte wissen, warum ihm dieser Fehler unterlaufen war, diese fatale Unachtsamkeit, die dem Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern am späten Freitagabend beim 0:2 (0:0) das Genick gebrochen hatte. Es war der vierte Schuss von Bayer Leverkusen auf das FCK-Tor überhaupt. Nur einmal, bei Sven Benders Versuch, hatte Torwart Trapp so etwas wie Können zeigen müssen. Die beiden Schüsse von Michael Ballack waren nicht der Rede wert. So wie eigentlich auch in der 53. Minute. Wieder ein Schuss von Ballack, hart zwar, aber ungenau. Alles hätte Trapp normalerweise damit anfangen können: wegfausten, fangen, abklatschen, selbst den Kopf hätte er zu Hilfe nehmen können. Stattdessen glitt ihm der Ball über die Fingerspitzen ins Tor."Ein Wahnsinnsding, das darf natürlich nicht passieren", antwortete Trapp auch beim fünften oder sechsten Interview artig und schon wieder sehr aufgeräumt: "Es war keine Frage des Könnens, sondern ein Konzentrationsfehler." Was das Ganze noch bitterer machte.

Ein Fehler, der vielleicht spielentscheidend war. "Bei uns in der Mannschaft und im Stadion waren alle fast wie gelähmt", sagte Kapitän Christian Tiffert. Denn bis dahin war der FCK nicht die schlechtere Mannschaft, nicht der Abstiegskandidat, der gegen den Champions-League-Teilnehmer nur versucht, ein Remis über die Zeit zu retten. "Letztendlich hat man in der ersten Halbzeit keinen Klassenunterschied gesehen", sagte Tiffert. Eigentlich hätte man sogar sagen können, dass der FCK die bessere Mannschaft war. Nur, dass das eben nicht reichte - nicht vor der Pause und schon gar nicht nach dem 0:1 von Ballack oder dem 0:2 vom Sidney Sam (70. Minute).

Die Serie des FCK von fünf Pflichtspielen ohne Niederlage ist zu Ende. Nur bedingt, weil Vize-Meister Leverkusen besser war, sondern weil der letzte, entscheidende Pass oft fehlte. Und weil Trapp diesen einen folgenschweren Aussetzer hatte. jbö

Foto: fck