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Ein souveräner Auftritt

Saarlouis. Die Saarlouis Royals haben das erste Viertelfinalspiel der Meisterschafts-Endrunde gegen den SV Halle mit 77:67 (40:25) gewonnen. Den Royals fehlt nun noch ein Sieg, um ins Halbfinale einzuziehen. Michael Aubert

Mit einem Mal waren alle Sorgen der vergangenen Woche wie weggeflogen. Von den Personalproblemen der Bundesliga-Basketballerinnen des TV Saarlouis war gestern im ersten Viertelfinal-Spiel gegen den SV Halle nichts mehr zu spüren. Weder bei Kimberly Pohlmann, Sarah Belzer, Sandra Wimmer oder Joana Meyer, auch nicht bei Aufbauspielerin Stina Barnert. Was zählte war, dass sich das in der vergangenen Woche so herbeigesehnte "Wir-Gefühl" einstellte.

Vor 600 Zuschauern in der Stadtgartenhalle schickten die Royals den SV Halle ungefährdet mit 77:67 (40:25) wieder nach Hause und schafften sich so die besten Voraussetzungen für das Rückspiel nächste Woche und den möglichen Einzug ins Playoff-Halbfinale. "So ungefähr habe ich mir das vorgestellt", sagte Stina Barnert erschöpft, aber glücklich. Im letzten Spielabschnitt wurde sie aufgrund ihrer Erkältung geschont und nicht mehr eingesetzt, hatte aber in den ersten drei Vierteln mit einer 100-prozentigen Trefferquote aus dem Feld geglänzt. "Das freut mich", sagte Barnert, "aber das war heute eine geschlossene Mannschaftsleistung".

Den Grundstein für den souveränen Sieg legten die Royals bereits in den ersten zehn Minuten. "Wir haben heute unglaublich stark verteidigt", sagte Trainer René Spandauw zufrieden: "Dass wir im ersten Viertel nur einen Korb aus dem Feld zugelassen haben, ist natürlich sensationell." Was allerdings auch an Halles Trefferquote lag, die mit 7 Prozent (einer von 18 Versuchen aus dem Feld) schlichtweg unterirdisch war. Allerdings verpassten es die Royals, den Vorsprung noch weiter auszubauen und den Gästen den Zahn gleich zu Beginn zu ziehen.

Im zweiten Viertel fand Halle besser ins Spiel, kam innerhalb von nur drei Minuten bis auf fünf Punkte heran. "Aber ich hatte nie richtig Schiss, dass es nochmal nach hinten losgehen könnte", sagte Barnert: "Wir waren heute unglaublich dominant, haben immer eine Lücke und eine Option gefunden, auch als sie auf Zonenverteidigung umgestellt haben." Und so stellten sie den 15-Punkte Vorsprung aus dem ersten Viertel bis zur Pause (40:25) folgerichtig wieder her.

Auch nach der Pause hatte Halle den besseren Start und Saarlouis ein paar Probleme. "Nach der Auszeit haben wir aber die richtigen Antwort gefunden", sagte Spandauw. Im dritten und vierten Spielabschnitt hielten die Royals ihre Gäste auf Abstand. Dennoch spukte natürlich noch die schwierige Woche in den Köpfen der Mannschaft. "Gerade, wenn du siehst, dass Herne gegen Freiburg gepatzt hat", sagte Barnert. Davor hatte auch Spandauw schon gewarnt. Dass sich der TSV Wasserburg gegen den BC Marburg problemlos gegen den BC Marburg mit 65:46 durchsetzte, ist so wenig überraschend wie Nördlingens Sieg zuhause gegen Rotenburg/Scheeßel (72:58).

Für die große Überraschung sorgte der USC Freiburg im ersten Viertelfinale gegen den TC Herne : Die Damen aus dem Breisgau konnten sich knapp mit 69:67 (28:36) in Herne durchsetzen und könnten schon am kommenden Samstag zuhause mit einem Heimsieg den großen Coup landen und ins Halbfinale einziehen. So wie die Royals, die am kommenden Samstag in Halle schon die Runde der letzten Vier klarmachen können.