| 21:18 Uhr

Spitzenspiel in Offenbach
Ein Sieg muss her – sonst fährt der Zug ab

Elversbergs Bryan Gaul (links), hier im Duell mit Manuel Zeitz vom FCS, spielte schon in den USA mit David Beckham zusammen. Der US-Amerikaner wird bei seinem Ex-Verein in Offenbach am Sonntag von Anfang an spielen.
Elversbergs Bryan Gaul (links), hier im Duell mit Manuel Zeitz vom FCS, spielte schon in den USA mit David Beckham zusammen. Der US-Amerikaner wird bei seinem Ex-Verein in Offenbach am Sonntag von Anfang an spielen. FOTO: Andreas Schlichter
Elversberg. Gewinnt die SV Elversberg am Sonntag nicht bei Kickers Offenbach, rückt die Relegation in ganz weite Ferne. Heiko Lehmann

Das Spiel der Spiele am Fastnachts-Sonntag. Im Zenit des Karnevals muss Fußball-Regionalligist SV Elversberg um 14 Uhr beim Tabellendritten Offenbacher Kickers antreten. Beide Mannschaften wollen am Saisonende den zweiten Tabellenplatz belegen und mit dem 1. FC Saarbrücken zusammen in die Aufstiegsspiele zur 3. Liga einziehen. Aktuell haben die Elversberger als Tabellenfünfter fünf Punkte Rückstand auf die Kickers, die zudem noch ein Spiel weniger haben. Verliert die SVE am Sonntag, und Offenbach gewinnt das Nachholspiel, wären es elf Punkte – und damit wäre die Saison für die Saarländer so gut wie gelaufen.



„Wir fahren dorthin, um dreifach zu punkten. Ich habe ein richtig gutes Gefühl, da wir am vergangenen Samstag beim 2:2 gegen den 1. FC Saarbrücken gezeigt haben, dass unser gesamter Kader von der Nummer 1 bis zur Nummer 18 funktioniert“, sagt SVE-Trainer Karsten Neitzel und erklärt den späten 2:2-Ausgleich: „Bryan Gaul legt ab auf Kevin Koffi, und Koffi schiebt die Kugel über die Linie. Beide habe ich erst kurz zuvor eingewechselt. Beide haben sofort einen enormen Willen gezeigt. Das gibt mir sehr viel Hoffnung“, ergänzt der 50-Jährige.

Bryan Gaul kam vor der Saison von den Offenbacher Kickers an die Kaiserlinde. „Ich kenne alle Jungs dort und freue mich, wieder gegen sie spielen zu können. Aber wir müssen aufpassen. Offenbach hat sehr schnelle Spieler auf den Außenbahnen, die jederzeit das Spiel entscheiden können. Das ist ihre größte Waffe“, weiß der 28-Jährige US-Amerikaner, der bei LA Galaxy bereits mit Englands Fußballlegende David Beckham zusammengespielt hat. „Ein absolut toller Typ, von dem ich sehr viel gelernt habe“, erinnert sich der Elversberger an den Weltstar.

Gaul wird am Sonntag in der Innenverteidigung neben Kevin Maek auflaufen. Gaul ersetzt Marco Kofler, der wegen seiner zehnten Gelben Karte pausieren muss. Genau wie Mittelfeldspieler Gaëtan Krebs, der gegen den 1. FC Saarbrücken Gelb-Rot sah. Doch es fallen noch mehr SVE-Spieler aus. Aleksandar Stevanovic, Fatih Köksal und Smail Morabit fehlen wegen Knieproblemen sowieso noch länger. Ersatztorhüter Konstantin Fuhry hat einen Finger gebrochen, Moritz Göttel eine Kapselverletzung. Johannes Rahn und Stefano Cincotta fallen mit einem Infekt aus.

Vor allem Cincottas Ausfall wird ein Problem, da der 26-Jährige genau die Schnelligkeit hat, die man gegen die flinken Außen der Kickers bräuchte. Alternativen sind der erfahrene Steffen Bohl (34), dem allerdings die Schnelligkeit fehlt, oder der schnelle Moritz Koch (21), dem die Erfahrung fehlt. „Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wer Cincotta ersetzen wird. Auch wer für Krebs im Mittelfeld spielt, ist noch offen“, sagt Neitzel. Eine Alternative im Mittelfeld wäre Aykut Soyak, der erst vor zwei Wochen vom Drittligisten SC Paderborn ausgeliehen wurde und bislang einen richtig starken Eindruck machte. Möglichkeit zwei ist, dass Kevin Koffi von Beginn an spielt und dafür Kapitän Leandro Grech zurück auf die Krebs-Position ins Mittelfeld geht.



Egal wie – die SV Elversberg muss am Sonntag in Offenbach gewinnen, sonst ist der Zug in Richtung Relegation wohl endgültig abgefahren. „Von einem Endspiel würde ich trotzdem noch nicht sprechen, dazu sind noch zu viele Spiele in dieser Saison. Aber es wird ein sehr, sehr wichtiges Spiel“, weiß der SVE-Cheftrainer.