| 21:16 Uhr

2. Fußball-Bundesliga
Ein Sieg im Kellerduell ist der letzte Strohhalm

Fans des 1. FC Kaiserslautern halten ihre Schals in die Höhe. Aber der Glaube an den Ligaverbleib ist längst nicht mehr so präsent.
Fans des 1. FC Kaiserslautern halten ihre Schals in die Höhe. Aber der Glaube an den Ligaverbleib ist längst nicht mehr so präsent. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern tritt heute Abend beim SV Darmstadt 98 an. Die Hoffnung ruht auf den Neuzugängen.

Der 1. FC Kaiserslautern steht vor der wohl schwersten Aufgabe seiner Vereinsgeschichte. Der Tabellenletzte hat in der 2. Fußball-Bundesliga bereits zehn Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Die Hypothek von nur zwölf Punkten aus den ersten 18 Saisonspielen wiegt schwer. Es braucht schon ein kleines Fußballwunder, um den viermaligen deutschen Meister vor dem erstmaligen Absturz in die Drittklassigkeit zu bewahren. Heute (18.30 Uhr) starten die Pfälzer beim SV Darmstadt 98 in die zweite Saisonhälfte. Es ist bereits so etwas wie ein Endspiel. Denn die Lilien stehen mit aktuell sieben Punkten Vorsprung auf dem Relegationsplatz.


Immerhin: Ein erfahrener Mann glaubt an die Rettung des Vereins. „Das wird ein hartes Stück Arbeit, aber ich bin überzeugt davon, dass wir das schaffen können. Sonst wäre ich nicht hierhergekommen“, sagt Neuzugang Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der in der vergangenen Woche auf Leihbasis vom FC Augsburg kam: „In der Mannschaft steckt Leben, das habe ich von Anfang an gemerkt. Jeder ist hochmotiviert.“

Mit Callsen-Bracker und dem lange verletzten Marcel Correia soll die Abwehr des FCK stabiler werden. Und nicht nur der 33 Jahre alte Routinier soll vorangehen. Das gilt auch für Ruben Jenssen. Den Norweger hatte der FCK aus den Niederlanden vom FC Groningen zurückgeholt. Ein defensiver Mittelfeldspieler und ein flexibler Offensivspieler sollen auch noch kommen, denn die Gründe für das schwache Abschneiden in der Hinrunde liegen auf der Hand: Zu einem nicht ausbalancierten Kader, in dem es qualitativ deutliche Mängel gibt, kam in den vergangenen Monaten auch noch enormes Verletzungspech hinzu. Zum Auftakt fehlen noch Daniel Halfar, Giuliano Modica, Kacper Przybylko und Mads Albaek.

Großes Verbesserungspotenzial gibt es weiterhin im Offensivbereich. Sportdirektor Boris Notzon fahndet mit Hochdruck nach einem variabel einsetzbaren Stürmer, um die mit nur 14 Treffern schwächste Offensive der 2. Bundesliga zu verstärken. Solange der noch nicht gefunden ist, liegt die Hauptlast im Angriff auf den Schultern des Schweden Sebastian Andersson, der mit sechs Treffern erfolgreichster Torschütze ist.

„Wir werden an unserer offensiven Produktion und unserem Aufbauspiel arbeiten“, sagt Trainer Jeff Strasser. „Vor allem unsere Abschluss-Situationen müssen wir verbessern.“ Aber der Luxemburger verspricht: „Die Mannschaft ist voll auf die Rückrunde fokussiert und wird alles daransetzen, unseren Start positiv zu gestalten.“



Während Strassers Konzentration dem Kellerduell bei den Lilien gilt, arbeiten der kommissarische Vorstandsboss Michael Klatt und Notzon hinter den Kulissen auch an einer Lizenzierung für die 3. Liga. Denn sollten die Roten Teufel heute in Darmstadt verlieren und bis auf zehn Punkte hinter den Relegationsplatz zurückfallen, dürften auch die größten Optimisten nicht mehr an den Klassenverbleib glauben.