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"Ein Rennen wie eine Schlacht"

"Ein Rennen wie eine Schlacht"

Sepang. Aquaplaning, Abflüge und Abbruch: Im Regenchaos von Sepang hat Auftaktsieger Jenson Button einen deutschen Doppelerfolg verhindert. Der Brite, der von Position eins startete, feierte in dem vorzeitig beendeten Großen Preis von Malaysia gestern im BrawnGP seinen zweiten Sieg in Serie

Sepang. Aquaplaning, Abflüge und Abbruch: Im Regenchaos von Sepang hat Auftaktsieger Jenson Button einen deutschen Doppelerfolg verhindert. Der Brite, der von Position eins startete, feierte in dem vorzeitig beendeten Großen Preis von Malaysia gestern im BrawnGP seinen zweiten Sieg in Serie. Als große Gewinner im denkwürdigen Rennen gingen aber Nick Heidfeld im BMW-Sauber und Timo Glock im Toyota dank taktischer Meisterleistungen hervor. Der Lohn: Die Plätze zwei und drei. Während Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton nach seinem Reue-Geständnis wegen der Lügen-Affäre von Australien mit Platz sieben kaum Schadensbegrenzung betreiben konnte, erlebte Ferrari mit dem nächsten Nuller schon wieder ein Fiasko.

Unterm Strich waren aber alle froh, dem Dauerregen in Malaysia heil entkommen zu sein. "Ein Rennen wie eine Schlacht", urteilte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Jeder, der bei diesen Bedingungen sein Auto auf der Straße hielt, ist heute ein Held." Auch Sieger Button war froh, alles überstanden zu haben. "Das war ein verrücktes Rennen. Man konnte die Strecke nicht mal sehen", meinte der Brite.

Nachdem der zweite WM-Lauf wegen heftiger Schauer und einbrechender Dunkelheit 24 Runden vor Schluss abgebrochen werden musste, bekommen alle Fahrer nur die Hälfte der Punkte. Die Fahrer selbst machten sich dafür stark, dass das um 17 Uhr Ortszeit gestartete Rennen nicht fortgesetzt wurde. Nach fast einer Stunde Unterbrechung erklärte die Rennleitung das Rennen für beendet. Die Wertung erfolgte nach dem Stand von 31 der 56 Runden. Heidfeld erfuhr von seinem zweiten Rang sogar erst im Trockenen.

Den Boxenstopp-Reigen eröffnete Sebastian Vettel in der 13. Runde, der früher mit Regen gerechnet hatte, zwei Umläufe später machte Nico Rosberg Halt. Beide kehrten mit Trockenreifen auf den Kurs zurück, auch Button. Nicht so Kimi Räikkönen: Ferrari rüstete ihn mit Regen-Pneus aus, doch es blieb zunächst trocken. Als das Gewitter 36 Minuten nach Rennstart losging, funkte Räikkönen verzweifelt: "Meine Reifen sind total kaputt." Nach der verzockten Qualifikation von Felipe Massa mit Platz 16 das nächste taktische Ferrari-Fiasko mit Berater Michael Schumacher an der Box.

Hochbetrieb in der Boxengasse in der 22. Runde: Die noch nicht mit Regenreifen ausgestatteten Wagen kamen in die Boxengasse. Nur Glock entschied sich für die so genannten Intermediates. Dadurch wurde er nach gut der Hälfte der Renndistanz kurzzeitig an die Spitze gespült. "Das war eines der schönsten Rennen, die ich gefahren bin", meinte Glock nachher.

Der Regen wurde noch stärker, das Safety Car musste in der 32. Runde raus. Vettel flog ab, die Elektronik versagte, der Motor ging aus. Andere folgten. Die Rennkommissare entschieden: Unterbrechung. Die Fahrer parkten auf der Start- und Zielgeraden. "Als es schließlich goss, war es die einzig richtige Entscheidung, das Rennen abzubrechen", betonte Heidfeld. "Jeder, der bei diesen Bedingungen sein Auto auf der Straße hielt, ist heute ein Held."

Mercedes-Sportchef Haug

 Jenson Button
Jenson Button