| 21:09 Uhr

1. FC Kaiserslautern
Ein Punkt, der nur wenig hilft

Ein Schuh, ein Punkt: Mit dem 1:1 gegen Nürnberg war auch Kaiserslauterns Stürmer Sebastian Andersson nicht so zufrieden. Nachdem die Gäste gute Chancen zum 2:0 vergaben, war es immerhin ein Teilerfolg für den FCK.
Ein Schuh, ein Punkt: Mit dem 1:1 gegen Nürnberg war auch Kaiserslauterns Stürmer Sebastian Andersson nicht so zufrieden. Nachdem die Gäste gute Chancen zum 2:0 vergaben, war es immerhin ein Teilerfolg für den FCK. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Kaiserslautern. Kaiserslautern beendet schlechteste Zweitliga-Hinrunde der Geschichte mit 1:1 gegen Nürnberg.

Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel: Nach dem 1:1 (0:1) am Samstag gegen Aufstiegsanwärter 1. FC Nürnberg hat sich Zweitliga-Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern mit nur zwölf Punkten in die Winterpause verabschiedet. Zwar geben sich die Verantwortlichen des Traditionsvereins trotz der schlechtesten Hinrunde der Lauterer Zweitliga-Historie weiter optimistisch, was den Klassenverbleib angeht. Doch in der Rückrunde braucht der viermalige deutsche Meister ein Fußball-Wunder, um den drohenden Abstieg in die 3. Liga noch abzuwenden. „Wenn wir so wie gegen Nürnberg weiterarbeiten, dann werden wir es packen“, sagte Sportdirektor Boris Notzon trotz alledem.



Um den Absturz in die Bedeutungslosigkeit zu vermeiden, wollen die Pfälzer personell noch einmal nachlegen. Drei bis vier Neuzugänge sollen im optimalen Fall bereits zum Trainingsauftakt am 3. Januar an Bord sein. Ein Abstieg könnte für die Roten Teufel dramatische Folgen haben, denn die jährlichen Mietkosten für das Fritz-Walter-Stadion in Höhe von fast zehn Millionen Euro sind in der 3. Liga nicht zu erwirtschaften.

Angesichts der prekären Tabellenlage war das Remis gegen den „Club“ fast zu wenig. Vor 19 790 Zuschauern auf dem Betzenberg brachte Mikael Ishak die Nürnberger am Samstag in der 25. Minute verdient in Führung (25.). Nach der Pause vergaben Hanno Behrens (49.) und Edgar Salli (55.) sehr gute Chancen auf das 2:0. Dann jedoch fälschte Georg Margreitter eine Hereingabe ab und leitete damit das Eigentor von Nürnberges Torwart Fabian Bredlow zum 1:1-Endstand ein (61.). Der Fauxpas des Gäste-Schlussmanns bescherte dem FCK so zumindest einen Teil­erfolg.

Dennoch herrschte nach dem Abpfiff bei den Gastgebern Frust – was vor allem an Schiedsrichter Christof Günsch lag. Streitpunkt war die 68. Minute, als Sebastian Andersson im Strafraum vom Ex-Lauterer Ewerton zu Boden gedrückt wurde. „Das war für mich ein glasklarer Elfmeter. Solche Situationen sind spielentscheidend, in unserer Situation sogar kriegsentscheidend“, schimpfte Notzon. „Ich habe das Gefühl, in den letzten Spielen wurden viele 50:50-Entscheidungen gegen uns getroffen“, übte auch FCK-Trainer Jeff Strasser Kritik am Unparteiischen.

Dennoch gab es auch positive Ansätze, die Mut für die Rückrunde machen. „Wir haben im Anlaufverhalten vieles besser gemacht und den Gegner zu langen Bällen gezwungen. Es war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung“, resümierte Kapitän Christoph Moritz. Weil sechs Akteure verletzungsbedingt fehlten und drei weitere gesperrt waren, kamen gleich zwei Youngster zu ihrem Profidebüt: Der 18-jährige Torben Müsel von Beginn an und der ein Jahr ältere Dylan Esmel in der Schlussphase. Auch das macht Hoffnung für die Zukunft.