Ein „Lutscher“ für Darmstadt: Frings soll die Lilien retten

Darmstadt · Bundesliga-Schlusslicht Darmstadt 98 ist auf der Suche nach einem Trainer noch vor dem Jahreswechsel fündig geworden. Torsten Frings soll die Hessen vor dem Abstieg bewahren. Es ist seine erste Station als Cheftrainer.

Der frühere Fußball-Nationalspieler Torsten Frings wird Trainer des Bundesliga-Schlusslichts Darmstadt 98 . Für den 40-Jährigen ist es die erste Station als Cheftrainer. Frings ersetzt bei den Lilien Ramon Berndroth, der nach der Entlassung von Norbert Meier eingesprungen war. "Wir freuen uns, mit Torsten Frings einen Cheftrainer verpflichtet zu haben, der Geradlinigkeit und Authentizität verkörpert", sagte 98-Präsident Rüdiger Fritsch, der den neuen Trainer mit einem bis Juni 2018 geltenden Vertrag ausgestattet hat: "Bei Torsten Frings spüren wir das berühmte Feuer."

Frings zeigte sich "sehr glücklich, dass mir die Verantwortlichen ihr Vertrauen geschenkt haben". Er "brenne auf die Herausforderung in diesem speziellen Klub", der mit seinen "besonderen Attributen" bestens zu seiner Persönlichkeit passe: "Ich bin mir der Schwere der Aufgabe bewusst, aber ich war immer ein Kämpfer, und genauso werde ich diese Aufgabe angehen."

Der ehemalige Nationalspieler (79 Länderspiele, zehn Tore) war zuletzt Assistent von Viktor Skripnik bei Werder Bremen . Dort stand er nach der Entlassung des Trainerstabs im September bis zuletzt unter Vertrag. Der gebürtige Würselener Frings hatte nach 16 Jahren als Profi (Werder Bremen , Borussia Dortmund , Bayern München, FC Toronto) im Februar 2013 seine aktive Karriere beendet.

Nach acht Niederlagen in Serie hat Darmstadt 98 , das die Überraschungs-Mannschaft der vergangenen Saison war, acht Punkte auf dem Konto. Der Rückstand des Tabellenletzten auf Platz 15 beträgt acht Zähler. Kapitän Aytac Sulu bemängelte vor allem die Chancenverwertung. Seit gut 450 Minuten haben die Lilien-Profis das Tor nicht mehr getroffen.

An hochkarätige Winter-Neuzugänge ist aufgrund der finanziellen Lage nicht zu denken. Damit wird sich Frings abfinden müssen. Auch einen Sportdirektor bekommt er nicht zur Seite gestellt. Seinen Spitznamen "Lutscher" hat Frings übrigens seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Andreas Herzog zu verdanken. "Das war zu meiner ersten Bremer Zeit. Ich war 20 Jahre alt und ziemlich frech zu den älteren Spielern. Die Mannschaftskollegen haben ihn übernommen, und danach bin ich ihn nicht mehr losgeworden."