Ein Hoffnungsträger kehrt zurück

Ein Hoffnungsträger kehrt zurück

Nicht nur für Milan Sasic wird das Drittliga-Spiel in Dortmund an diesem Sonntag eine Premiere. Auch für Andreas Glockner. Der lange verletzte Offensivspieler dürfte sein erstes Ligaspiel für Saarbrücken bestreiten.

Fußball-Saarlandpokal vor 500 Zuschauern auf einem Kunstrasen im Saar-Pfalz-Kreis unter schummerigem Flutlicht - sein Pflichtspieldebüt für Drittligist 1. FC Saarbrücken hatte sich Andreas Glockner anders vorgestellt. "Ich kannte es von meinen vorherigen Stationen gar nicht, dass man so früh im Landespokal antreten muss", erzählt er: "Aber für mich war wichtig, wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, auf dem Platz zu stehen." Der erste Einsatz verlief vielversprechend: Einige gute Pässe, ein paar schöne Flanken und ein Pfostenschuss stehen nach Glockners 68-minütigem Einsatz beim 7:0 (5:0) gegen A-Ligist FC Bierbach zu Buche. "Man darf jetzt nicht zu viel von ihm erwarten", betont FCS-Trainer Milan Sasic, "nach einer Woche kann er noch nicht völlig fit sein. Er war lange weg, aber er hat es gut gemacht".

Am 27. Juni brach Glockners Mittelfuß im Trainingslager in Bitburg bei einem Zweikampf mit Artur Schneider dreifach. Der 25-jährige Mittelfeldspieler aus Titisee-Neustadt arbeitete hart, machte seine Reha überwiegend in Saarbrücken, um möglichst nahe bei der Mannschaft zu sein. Jetzt ist er wieder ganz da. "Ich fühle mich gut, fit bin ich auch, die Werte stimmen", sagt Glockner: "Letzte Woche ist mir der Marc (Abwehrspieler Lerandy, Anmerkung der Redaktion) mal so richtig auf den Fuß getreten. Das tat zwar weh, hat mir aber gezeigt, dass die Sache gut verheilt ist und nichts mehr passieren kann." Eine Tatsache, die vor allem für den Kopf wichtig ist.

Viele Fans erhoffen sich mit der Rückkehr Glockners ein Ende der sportlichen Talfahrt. "Das setzt einen natürlich unter Druck", findet der Mittelfeldspieler, "aber dem stelle ich mich gerne. Es zeigt, dass ich hier am Anfang einen guten Eindruck hinterlassen habe. Aber mir fehlt natürlich noch die Spielpraxis. Ich kann heute sicher noch nicht so agieren wie vor drei Monaten."

Sasic versucht, Glockner diesen Druck ein Stück weit zu nehmen. Den Trainerwechsel sieht der Spieler professionell. "Ich bin unter Jürgen Luginger gekommen und hätte gerne mit ihm gearbeitet", sagt er: "Bei Milan Sasic fasziniert mich seine akribische Arbeitsweise. Er redet viel mit uns. Das ist wichtig, um der Mannschaft Struktur zu geben." Ob diese Bemühungen schon an diesem Sonntag im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund II (14 Uhr) greifen, wird sich zeigen.

Ob dem Pflichtspieldebüt von Andreas Glockner auf das Ligadebüt folgt, ist offen. "Es ist eine Zwickmühle", sagt Sasic, "man braucht jeden, die Frage ist: Kann er schon?" Glockner ist optimistisch, weiß aber auch: "Am Ende zählt nur eins: Wir müssen ein Tor mehr schießen als der BVB."

Der bisherige Co-Trainer Andreas Fellhauer wird künftig als Teamkoordinator fungieren und mehr organisatorische und koordinative Aufgaben übernehmen. Wie der Verein mitteilte, gehört Fellhauer weiterhin auch zum Trainerstab um Cheftrainer Milan Sasic.