| 20:24 Uhr

2. Handball-Bundesliga
Ein Hauch von Wiederauferstehung

Lars Weissgerber (links) zeigte gegen die HBW Balingen-Weilstetten (hier Lukas Saueressig) eine starke Leistung.
Lars Weissgerber (links) zeigte gegen die HBW Balingen-Weilstetten (hier Lukas Saueressig) eine starke Leistung. FOTO: Andreas Schlichter
Saarlouis. Handball-Zweitligist HG Saarlouis will seinen Aufwärtstrend auswärts beim HSC Coburg bestätigen. Von Sebastian Zenner

Die Hoffnung ist zurück bei der HG Saarlouis. Einige werden sagen: „Die Hoffnung war nie weg.“ Andere sehen im überraschenden 29:28-Heimsieg über Erstliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten die Wiederauferstehung des abstiegsbedrohten Handball-Zweitligisten. Schließlich konnte das Tabellen-Schlusslicht damit erstmals seit über vier Monaten den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze verringern – von acht auf sechs Punkte. Am Ostersamstag sind die Saarlouiser jetzt ohne Rückraumspieler Yann Polydore (Adduktorenprobleme) um 19.30 Uhr beim Tabellensechsten HSC Coburg zu Gast.


„Die Trainingswoche war gut. Am Montag gab es zur Belohnung eine etwas längere Fußball-Einheit als sonst“, verrät HG-Trainer Philipp Kessler und ergänzt: „Aber auch da ging es ordentlich zur Sache.“ Auch Lars Weissgerber lässt gar nicht erst den Verdacht aufkommen, die Mannschaft würde angesichts des nächsten Top-Gegners nachlassen: „Es ist ganz schön, etwas lockerer in die Trainingswoche zu starten. Trotzdem haben wir konzentriert gearbeitet.“

Der Junioren-Nationalspieler, der die HG im Sommer in Richtung Erstligist HSG Wetzlar verlässt, hat mit seinen acht Treffern gegen Balingen auch seine persönliche Formkrise beendet. „Wenn es nicht läuft, braucht man einfach mal ein Erfolgserlebnis. Das war vier, fünf Wochen lang nicht der Fall. Seit drei Spielen läuft es wieder besser“, gibt Weissgerber zu. Die frühe Verkündung des Vereinswechsels habe dabei keine Rolle gespielt: „Es war einfach eine Schwächephase, in der ich mir einen zu großen Kopf gemacht habe. Darüber muss man jetzt wegsehen“, sagt der Rechtsaußen, der an diesem Donnerstag 22 Jahre alt wird. „Es kann bei jungen Spielern nicht immer nur aufwärts gehen. Vielleicht hat das eine oder andere im Unterbewusstsein eine Rolle gespielt“, meint Trainer Kessler: „Mit Sicherheit hatte dies aber keine Auswirkung auf die Einstellung. Die ist bei ihm immer vorbildlich.“

Der HSC Coburg ist gut in Form, hat vier seiner vergangenen fünf Spiele gewonnen. Vor allem die erfahrene, kompakte Abwehr macht Positionsangriffe schwer. Tempospiel und schnelle Konter für einfache Tore ruft Philipp Kessler als taktische Marschroute aus. Gelingt dies, kann auch die vergangene Woche eingeleitete Wiederauferstehung der HG funktionieren. Wann, wenn nicht an Ostern?