| 21:06 Uhr

Fußball-Regionalliga Südwest
Ein Glücksgriff aus dem hohen Norden

Handgreiflich: SVE-Neuzugang Mike Eglseder (rechts) setzt sich in dieser Szene gegen Johannes Bender von der TSG Hoffenheim II durch.
Handgreiflich: SVE-Neuzugang Mike Eglseder (rechts) setzt sich in dieser Szene gegen Johannes Bender von der TSG Hoffenheim II durch.
Elversberg. Regionalligist SV Elversberg will am Samstag im Heimspiel gegen Eintracht Stadtallendorf wieder punkten. Von Heiko Lehmann

Alles andere als ein Heimsieg der SV Elversberg an diesem Samstag um 14 Uhr gegen den TSV Eintracht Stadtallendorf in der Fußball-Regionalliga Südwest wäre eine große Enttäuschung. Die SVE ist nach der 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Saarbrücken wieder auf den 14. Tabellenplatz abgerutscht. Allerdings ist der siebte Platz nur zwei Punkte entfernt.


„Das Spiel müssen wir gewinnen, da gibt es kein Wenn und kein Aber“, sagt Innenverteidiger Mike Eglseder. Die Situation des 25-Jährigen ist vergleichbar mit dem bisherigen Abschneiden der Elversberger. Eglseder hatte eine überragende Vorbereitung mit drei Kopfballtoren als rechter Verteidiger gespielt. Trotzdem saß er in den ersten drei Saisonspielen dann doch nur auf der Bank.

Da die Innenverteidigung mit Kapitän Leandro Grech und Oliver Stand allerdings offensichtlich zu langsam war, baute Trainer Roland Seitz Eglseder in der Innenverteidigung ein. Ein Glücksgriff, denn der 25-Jährige ist seitdem nicht mehr aus der zentralen Abwehrposition wegzudenken. Nur mit den Kopfballtoren hapert es bei dem Norddeutschen noch etwas.



Zweimal traf Eglseder schon den Pfosten, und er vergab auch eine gute Chance gegen Saarbrücken. „Genau wie in unserem Spiel zu Saisonbeginn fehlten auch bei meinen Chancen nur Kleinigkeiten, dann wäre der Ball drin gewesen. Aber das ist Schnee von gestern. Wir haben uns mittlerweile gefunden und werden immer stärker“, sagt der in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) geborene Abwehrspieler.

Nach Stationen bei Viktoria Berlin und dem SV Babelsberg verschlug es das Nordlicht urplötzlich in den Südwesten der Republik. „Ich wollte zu einem Verein, der Ambitionen hat. Die SVE hat das Ziel, in die 3. Liga aufzusteigen, und das hat mir gefallen“, sagt Eglseder, der Land und Leute im Saarland klasse findet. „Im Norden ist zunächst einmal alles flach. Hier ist es richtig bergig, und die Leute sind irgendwie gelassener. In Berlin ist immer Action. Die Stadt lebt Tag und Nacht. Die Ruhe im Saarland ist angenehm.“

Allerdings kann der 25-Jährige auch ganz anders als ruhig. Als die SVE-Fans nach einem sehr holprigen Saisonstart die Spieler mit Sprüchen unter der Gürtellinie empfingen, riss Eglseder der Geduldsfaden nach dem Spiel. Er schimpfte zurück und legte sich mit den Fans an. „Ich habe großes Verständnis dafür, dass die Fans nach Niederlagen enttäuscht sind. Das sind wir auch. Aber ich lasse mir nicht vorwerfen, dass wir auf dem Platz nicht alles geben würden. Das habe ich den Fans dann relativ deutlich erklärt“, sagt Mike Eglseder.

Der neue Abwehrchef der SVE ist gerade dabei, sein Abitur nachzuholen und möchte mit seiner Mannschaft am Samstag den nächsten Dreier einfahren. „Wir schaffen das, und vielleicht gelingt mir ja sogar mein erstes Kopfballtor. So langsam wird es Zeit.“ Auch für Trainer Roland Seitz wird es Zeit, dass sein Team endlich aus dem Tabellenkeller kommt. „Am Samstag zählt nur ein Sieg, egal wie. Gegen Saarbrücken haben uns ein paar Prozent gefehlt, das wollen wir jetzt wieder gutmachen“, sagt der SVE-Trainer.

Nicht im SVE-Kader sind die Langzeitverletzten Benno Mohr und Aleksandar Stevanovic (beide Knieprobleme), Moritz Koch (Muskelfaserriss) und Israel Suero, der sich beim 11:0-Pokalsieg am vergangenen Mittwochabend beim Verbandsligisten FC Noswendel Wadern eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zugezogen hat. Linksaußen Alban Meha fehlt nach der fünften Gelben Karte.