Ringer-Playoffs beginnen: Ein Erfolgsgarant aus dem eigenen Nachwuchs

Ringer-Playoffs beginnen : Ein Erfolgsgarant aus dem eigenen Nachwuchs

Ringer Steven Ecker fiebert dem Achtelfinal-Hinkampf des ASV Hüttigweiler gegen den SV Triberg entgegen.

Das Trainingsgerät ist älter als er selbst. Immer wieder dreht Steven Ecker das Kissen, das über eine Achse mit einer Lkw-Kupplung verbunden ist. Der 17-jährige Ringer des ASV Hüttigweiler simuliert so Technik und Krafteinsatz beim sogenannten Durchdreher. „Die Maschine habe ich von Freunden aus der ehemaligen DDR geschenkt bekommen“, erzählt Landestrainer Frank Hartmann: „Man kann mit ihr genau den Krafteinsatz einstellen und abmessen. Sie ist älter, aber effektiv.“

Für den Greco-Spezialisten Ecker ist die Einheit ein Teil der Vorbereitung auf den Achtelfinal-Hinkampf der Ringer-Bundesliga. Am Samstag (19.30 Uhr) trifft er mit dem ASV in der Hüttigweiler Illtalhalle auf den SV Triberg. „Ich muss wahrscheinlich gegen Özbekhan Güclü antreten“, sagt Ecker, der in der Klasse bis 57 Kilo Freistil kämpfen wird: „Das ist ein erfahrener Türke, und es ist nicht meine Stilart.“

Seit fast eineinhalb Jahren lebt und trainiert das Hüttigweiler Eigengewächs an der Hermann-Neuberger-Sportschule. „Das funktioniert gut. Ich habe meine Ruhe und kann mich voll auf die Schule und den Sport konzentrieren“, sagt Ecker, der das Fachabitur anstrebt: „Vorher hat mein Vater mich jeden Tag fahren müssen. Ohne ihn wäre ich nicht so weit gekommen.“

In jeder Hinsicht. 2016 wurde Ecker deutscher Meister bei den Kadetten, 2017 (obwohl eigentlich noch zu jung) bei den Junioren. Auch an den Welt- und Europameisterschaften der Kadetten hat er teilgenommen. „Es ist halt immer etwas anderes, ob du für eine Mannschaft oder nur dich alleine kämpfst. Das ist schwer vergleichbar“, sagt Ecker, dessen nächste Ziele im Einzel die deutsche Meisterschaft der Junioren und die Europameisterschaft im kommenden Jahr sind. Der ganz große Traum ist aber ein anderer: „Man kann nicht mehr werden als Olympiasieger. Etwas Größeres gibt es nicht. Alleine schon die Teilnahme an den Spielen wäre fantastisch.“

Sehr gut war bislang auch Eckers erstes Jahr in der höchsten deutschen Klasse. In der Vorrunde war er oft noch auf verlorenem Posten, weil er – wie am Samstag auch – stilartfremd im Freistil ranmusste. „Da habe ich schon als Kind in den Anfängen oft verloren. Darum habe ich Greco probiert. Und als ich dort mehr gewonnen habe, bin ich dabei geblieben“, erinnert er sich. In der Rückrunde hat Ecker fünf Siege eingefahren und hatte damit großen Anteil am Playoff-Einzug des ASV.

„Steven ist ein Musterbeispiel für gelungene Jugendarbeit“, lobt Vereinstrainer Christoph Gall seinen Schützling: „Wenn es gelingt, ein Talent an die Spitze zu führen und in die Mannschaft zu integrieren, geht einem als Trainer doch das Herz auf.“ Gall sieht Triberg als leichten Favoriten, obwohl mit Mihai Esanu (66 Kilo Freistil) einer der starken Moldawier des ASV wieder zur Verfügung steht. Der Trainer hofft auf lautstarke Unterstützung in der Ill­talhalle. Auch Steven Ecker sieht das so, Fans und Mannschaft seien gleichermaßen gefordert: „Wenn wir alle an unsere Grenze gehen, haben wir gegen Triberg eine realistische Chance aufs Weiterkommen.“