Ein enttäuschender Favorit unter Druck

Neunkirchen. Zehn Tore in sieben Spielen können für Tabellenplatz zwei, aber auch für Rang 16 reichen. Und so sind die Ausgangslagen der Fußball-Oberligisten Borussia Neunkirchen und SVN Zweibrücken gegensätzlich, wenn sie an diesem Samstag, 14.30 Uhr, im Neunkircher Ellenfeldstadion aufeinander treffen

Neunkirchen. Zehn Tore in sieben Spielen können für Tabellenplatz zwei, aber auch für Rang 16 reichen. Und so sind die Ausgangslagen der Fußball-Oberligisten Borussia Neunkirchen und SVN Zweibrücken gegensätzlich, wenn sie an diesem Samstag, 14.30 Uhr, im Neunkircher Ellenfeldstadion aufeinander treffen. Mischen die Zweibrücker ungeschlagen an der Tabellenspitze mit, sind die Borussen weit hinter den Erwartungen zurück. Bei einem Sieg verloren sie zuletzt drei Mal in Folge. Größtes Manko ist, so Sportkoordinator Yilmaz Örtülü und Trainer Heinz Histing (Foto: Purper), die Chancenverwertung. "Der absolute Wille zum Torerfolg fehlt", sagen beide unisono. Histing ergänzt: "Die Chancen sind da. Wenn wir ein Gegentor bekommen, können wir das nicht kompensieren." So erklärte Örtülü nach der Pleite in Wirges (0:1): "Wir sind schwer enttäuscht." Folglich gab's am Mittwoch eine Krisensitzung, bei der er und Histing anwesend waren, um die "Situation zu analysieren", wie Örtülü erklärt. Ergebnis: Histing bleibt Trainer.

"Ich habe die volle Rückendeckung des Vorstands. Nun muss jeder wissen, dass der Baum brennt und nur absoluter Einsatz und Aggressivität zählt", erklärt Histing. Es bleibt abzuwarten, wie lange der Club geduldig bleibt, wenn der Erfolg ausbleibt. Der urlaubende Vorsitzende Kurt Heidrich, der am Mittwoch nicht dabei war, kündigte jedenfalls für Montag ein weiteres Gespräch an. Und für die Partie gegen Zweibrücken steht fest: "Wir erwarten eine Reaktion. Wir müssen uns anders präsentieren. Mannschaft und Trainer sind gefordert", fordert Örtülü. Doch eine Frist für Histing gebe es nicht. Ebenso wenig einen Plan B. "Damit haben wir uns nicht beschäftigt", sagt Örtülü, der Kontakt zu anderen Trainern dementiert. "Das ist kein Thema. Es wäre unfair gegenüber Heinz Histing", erklärt er und verweist auf die finanzielle Lage des Vereins. Bliebe im Falle eines Trainer-Wechsels die Möglichkeit der internen Lösung - die Ex-Profis Örtülü und Almir Delic, der im Mittelfeld spielt, wären als Histing-Ersatz denkbar.

Zweibrückens Trainer Peter Rubeck (Foto: SZ) kennt Histing gut - und den Saarfußball prima. In seinem Kader stehen zehn Spieler, die im Saarland wohnen oder kickten, plus Physiotherapeut Martin Schäfer aus Völklingen. Rubeck, der in Gersheim wohnt, ist in der dritten Saison bei den Pfälzern. Der 47-Jährige hat im ersten Jahr 17 Neue geholt - und ist in die Oberliga aufgestiegen. Vor dieser Saison kamen 15 Neue - und der SVN schnuppert wieder an der Tabellenführung. "Das Ziel sind 50 Punkte. Vergangene Saison waren es 38", wiegelt Rubeck ab. Er verweist vielmehr auf andere Titelkandidaten: "Homburg, Pirmasens und Neunkirchen haben das beste Spielermaterial." Daher messe er die Borussia auch nicht an ihrer Punktzahl. Doch der Vorteil liegt beim SVN Zweibrücken: "Neunkirchen steht gegen uns stark unter Druck", sagt Rubeck.