Ein Dreikampf um die SFV-Spitze und scharfe Kritik

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Ein Dreikampf und scharfe Kritik

Der Saarländische Fußballverband will Anfang kommender Woche den Fahrplan zum Verbandstag bekanntgeben.

„Wenn es so kommt, dann kommt es so“, sagt Udo Hölzer. Der frühere Saarlandliga-Trainer ist neben dem derzeitigen Vizepräsidenten Adrian Zöhler und dem ehemaligen Regierungssprecher Thorsten Klein der dritte Bewerber um das Amt des Präsidenten des Saarländischen Fußball-Verbandes. Dass die von Klein und Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid angeführte Gruppe „Vereine vor“ am Donnerstag 131 Anträge für einen außerordentlichen Verbandstag eingereicht hat, sieht Hölzer, der auf einen ordentlichen Verbandstag 2020 gehofft hatte, gelassen. „Ich werde jetzt nicht irgendwie einen Wahlkampf machen, das ist ja keine politische Veranstaltung“, sagt Hölzer: „Es wird darauf ankommen, am Tag der Wahl seine Positionen bestmöglich vorzustellen.“ Seine Schwerpunkte sieht er in der Jugendarbeit und der Trainerausbildung.

Als Hölzers Unterstützer sind derzeit Thomas Stopp (DJK Ballweiler) als möglicher Vizepräsident, Wolfgang Mohr (FV Diefflen) als potenzieller Schatzmeister sowie als Justiziar David Lauer aus Honzrath bekannt. Dazu kommt Josef Kreis, der sich als möglicher Vorsitzender des Verbandsspielausschusses aber auf den Personal-Tableaus aller drei Bewerber wiederfindet. Dass sein Team noch nicht alle zu besetzenden Posten eines Vorstandes umfasst, stört Hölzer wenig: „Ich habe weitere Zusagen, aber da hängt es auch noch teilweise am Arbeitgeber. Und wenn noch eine Frauenbeauftragte fehlen sollte, können ja auch Vorschläge aus der Versammlung kommen.“

Udo Hölzer gilt im Kampf um das Präsidenten-Amt im Saarfußball als Außenseiter. Foto: Andreas Schlichter

Ob alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind und wann dieser erste außerordentliche Verbandstag in der Geschichte des SFV zu Stande kommt, wird geprüft. Bereits am Donnerstagabend hat sich der aktuelle Verbandsvorstand mit der Thematik beschäftigt. „Die Anträge sind eingegangen, und wir haben sehr intensiv über das Thema gesprochen“, sagt Zöhler und erklärt das weitere Vorgehen: „Die Sache ist so wichtig, und es steckt so viel hintendran, dass wir das Wochenende zur Prüfung aller Sachverhalte brauchen werden. Anfang nächster Woche wollen wir dann einen möglichen Fahrplan bekanntgeben.“ Die Überprüfung werde sowohl von der Geschäftsstelle als auch von einem unabhängigen Anwalt vorgenommen. „Wir haben ganz bewusst einen externen Juristen hinzugezogen, damit niemand sagen kann, wir machen es so, damit es für uns passt“, betont Zöhler.

Thorsten Klein und seine Gruppe „Vereine vor“ bestehen auf Neuwahlen der SFV-Spitze. Foto: Andreas Schlichter

„Die Satzung und auch keine andere Vorschrift bieten die Möglichkeit, sich dahinter zu verstecken“, sieht Barbara Haupenthal, Juristin in der Gruppe „Vereine vor“, keine juristische Grundlage, den außerordentlichen Verbandstag zu verweigern. „Es ist vielmehr nur die Frage, ob man den Vereinen die Möglichkeit gibt, neu zu wählen“, sagt Haupenthal. Präsidentschafts-Kandidat Klein wird sehr viel deutlicher: „Die Entfremdung zwischen den Vereinen und dem Landesvorstand ist groß. Darum muss schnellstmöglich gewählt werden. Wir stehen vor Problemen, die nicht erst in den letzten acht Wochen entstanden sind, sondern in den letzten zehn Jahren.“

Und Klein legt nach und äußert scharfe Kritik am aktuellen Präsidium: „Wir haben einen Vizepräsidenten, der die Vereine entmündigt. Der andere Vizepräsident hat angeblich Angst, wenn er sieht, wer da Verantwortung übernehmen möchte. Wir haben einen Jugendleiter, der offen eingesteht, dass man die Leute nicht mehr erreicht. Dazu hatten wir einen Schiedsrichter-Streik.“ Der Kampf um die Spitze und damit auch um die Zukunft des Saarfußballs ist also bereits in vollem Gange.

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