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Ein Debakel sondergleichen

Ein Debakel sondergleichen

Saarlouis. "Machtlos und hilflos", antwortete Goran Suton am Freitagabend auf die Frage, wie er sich in den vorangegangenen knapp 80 Minuten gefühlt habe. Der Trainer des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis konnte die derbe 24:38 (11:16)-Niederlage seiner Mannschaft gegen den ThSV Eisenach nicht verhindern

Saarlouis. "Machtlos und hilflos", antwortete Goran Suton am Freitagabend auf die Frage, wie er sich in den vorangegangenen knapp 80 Minuten gefühlt habe. Der Trainer des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis konnte die derbe 24:38 (11:16)-Niederlage seiner Mannschaft gegen den ThSV Eisenach nicht verhindern. Mit ihm litten 1500 Zuschauer in der Saarlouiser Stadtgartenhalle, bei denen er sich nach dem Spiel für die Leistung seiner Mannschaft entschuldigte.

"Wir haben zu einem großem Teil zu dieser Klatsche beigetragen, indem wir in bestimmten Spielphasen zu schnell abgeschlossen haben und auch aus der Distanz nicht getroffen haben. Das hat dann zu einer gewissen Unsicherheit in der Abwehr geführt", versuchte Suton eine erste Analyse des Fiaskos gegen den Tabellendritten. Der zeigte durch eine enorme Präsenz in der Abwehr von Beginn an, dass er an einer Überraschung durch den Gastgeber überhaupt nicht interessiert ist. Nach gut neun "normalen" Minuten (4:4) wurde Saarlouis nachlässig und kassierte in den knapp 13 folgenden Minuten einen 8:0-Lauf der Gäste.

"Wir haben mit verschiedenen Deckungsvarianten versucht, das Ergebnis einzudämmen. Aber das hat überhaupt nicht geklappt. Die Aggressivität, die Eisenach in der Abwehr an den Tag gelegt hat, haben wir in keinster Weise bei uns gezeigt", sagte Rechtsaußen Otto Fetser einen Tag nach dem Debakel. Er war mit sieben Treffern bester Schütze der HG vor Jonathan Julvécourt. Für den erfahrenen 32-jährigen Fetser war es nicht die erste Niederlage mit 14 Toren Unterschied: "Das war noch zu Erstligazeiten mit dem TV Großwallstadt beim TuSEM Essen", erinnert er sich: "Genau wie damals wurde alles, was der Gegner angefasst hat, zu Gold, und alles, war wir angefasst hatten, zu Scheiße. Man braucht gar nicht um den heißen Brei herumzureden - es hat vorne und hinten einfach nix geklappt."

Den Frust sah man den Gastgebern an. Mit jedem Gegentor verschlechterte sich die Körpersprache, während die der Thüringer konstant gut blieb: "Die haben ihren Stiefel runtergespielt", attestiert Fetser den Eisenachern, die trotz der üppigen Führung nie nachlässig oder überheblich wurden, und ergänzt: "Das sitzt tief. Hätten wir mit sechs Toren Rückstand verloren, hätte kein Hahn danach gekräht. Es ist wichtig, das Spiel aufzuarbeiten."

Das sieht auch Trainer Goran Suton so. Er will die schmerzhafte Pleite nicht einfach vergessen: "Das darf man nicht. Wir müssen sie verarbeiten und schauen, dass wir uns für das nächste Spiel wieder hochzurappeln." Auf dem Papier wird die nächste Aufgabe nicht leichter. Am Samstag reist der Tabellen-14. zum Sechsten nach Bietigheim. "Wir haben bis Freitag Zeit, um uns auf Bietigheim einzustellen. Wir werden aus dieser Niederlage lernen und ein anderes Gesicht zeigen. Nichts ist in diesem Fall besser, als eine Trotzreaktion. Wir müssen zeigen, dass das ein Ausrutscher war", kündigt Otto Fetser an.