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Ein Bundesland im Fußball-Fieber

Ein Bundesland im Fußball-Fieber

Was waren das noch für Zeiten: 1985 qualifizierte sich der 1. FC Saarbrücken für die Fußball-Bundesliga und sorgte im Pokal für Furore. Am Samstag trifft sich die Aufstiegsmannschaft an alter Wirkungsstätte.

Am 17. Juni 1985 versetzte Sascha Jusufi ein ganzes Bundesland in Fußball-Fieber. Mit seinem Treffer zum 1:1 im Relegationsspiel bei Arminia Bielefeld öffnete Jusufi dem 1. FC Saarbrücken die Tür zur höchsten deutschen Spielklasse: Der FCS war nach dem 2:0 im Hinspiel in die Bundesliga aufgestiegen. "Bei einem 2:0 hätte es ein Entscheidungsspiel in Dortmund gegeben. Aber Sascha hat dann den Freistoß wunderbar getreten", erinnert sich Uwe Klimaschewski, der Trainer der Aufstiegsmannschaft, "auf dem Rückweg nach Saarbrücken gab es einen Autokorso mit den Fans. Vor dem Staatstheater wurden wir dann empfangen, anschließend ging es ab in die Altstadt."

Der damalige Torhüter Carsten Hallmann hat noch heute schmerzliche Erinnerungen. "Ich musste in der zweiten Halbzeit mit einer Brustwirbelprellung raus", sagt der Inhaber von sieben Lotto-Annahmestellen in Essen, "ich lag in der Kabine und musste warten, was die Kollegen reißen." Sie rissen viel in diesem Jahr, denn der FCS schaffte 1985 nicht nur den Aufstieg - auch im DFB-Pokal sorgte die "Klima-Truppe" für frischen Wind. Nach Siegen über Rot-Weiß Essen, 1. FC Nürnberg, VfB Stuttgart und Hannover 96 erreichte man das Halbfinale gegen den späteren Pokalsieger Bayer Uerdingen.

"An dem Tag konnten wir unsere Leistung einfach nicht abrufen", erinnert sich Stürmer Michael Blättel, der heute als Personal-Trainer arbeitet, an die 0:1-Niederlage. Die schönen Erinnerungen aber überwiegen. "Saarbrücken damals war einfach super. Vielleicht die schönste Saison, die ich mitgemacht habe. Mit all den Fans - einfach klasse."

Am Samstag wollen sich die Helden von damals an alter Wirkungsstätte wieder treffen. "Wir sind immer irgendwie in Kontakt geblieben. Dann haben einige vorgeschlagen: ,Trainer, lass uns mal wieder treffen', und Wolfgang Seel hat es organisiert", erzählt "Klima". Um 12 Uhr treffen sich Ernst Traser, Walter Müller, Reinhard Brendel und Co. am Sportfeld, anschließend geht es zum Drittliga-Spiel des FCS gegen Hansa Rostock (Anstoß 14 Uhr).

Carsten Hallmann ist neugierig, "wie denn die Kollegen aussehen. Einige habe ich ja seit damals nicht mehr gesehen." Michael Blättel vermutet: "Das wird sicher wie damals eine lange Nacht, anstrengend für den rechten Arm und die Lachmuskeln." Ob sie den Arm zum Trinken oder wegen der zahlreichen Autogrammwünsche strapazieren werden, lässt das frühere "Kopfball-Ungeheuer" schmunzelnd offen.