Ein bitterer Mittwoch

Shanghai. US-Star Michael Phelps präsentierte sich zum 23. Mal als Weltmeister und lachend in Siegerpose, dagegen musste sich Brustschwimmer Hendrik Feldwehr wieder mit Platz vier begnügen. 27,41 Sekunden reichten dem Essener wie vor zwei Jahren wieder nur zum "ärgerlichen" Rang neben dem Podest

Shanghai. US-Star Michael Phelps präsentierte sich zum 23. Mal als Weltmeister und lachend in Siegerpose, dagegen musste sich Brustschwimmer Hendrik Feldwehr wieder mit Platz vier begnügen. 27,41 Sekunden reichten dem Essener wie vor zwei Jahren wieder nur zum "ärgerlichen" Rang neben dem Podest. Beim Blick auf den Videowürfel an der Hallendecke schüttelte Bundestrainer Dirk Lange nach dem Finale über 50 Meter Brust den Kopf. Nach einem "sehr bitteren Vormittag" (Lange) mit Vorlauf-Enttäuschungen hatte auch Feldwehr trotz eines starken Auftritts in Shanghai nicht mehr für den befreienden Tages-Erfolg sorgen können."Individuell ein gutes Ergebnis von Hendrik, ansonsten bleibe ich bei meiner Einschätzung von heute morgen", sagte Lange. Feldwehr selbst war trotz des um 22 Hundertstel-Sekunden verfehlten Podests "nicht todunglücklich".

Das Lachen hatte Silke Lippok einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten ersten Einzelstart von Gold-Hoffnung Britta Steffen schnell wieder gefunden - trotz des letzten Platzes im ersten WM-Einzelfinale. Die EM-Zweite hatte über die 200 Meter Freistil "alles auf eine Karte gesetzt", der Lohn blieb mit Rang acht aus.

Unter dem Jubel der 12 000 Zuschauer im Oriental Sports Center feierte Sun Yang über 800 Meter mit Weltjahresbestzeit den Sieg. 7:38,57 Minuten waren klar zu schnell für die Konkurrenz. Mit kluger Renneinteilung und dem gefürchteten Endspurt sicherte sich Italiens Schwimm-Diva Federica Pellegrini über die 200 Meter Freistil in 1:55,58 Minuten wie in Rom den Titel. Die 50 Meter Brust gewann der Brasilianer Felipe Franca da Silva in 27,01 Sekunden - und über die 200 Meter Schmetterling schwamm Michael Phelps in 1:53,34 Minuten die schnellste Zeit des Jahres. Zwar ist der 14-malige Olympiasieger Phelps (noch) nicht in der Form vergangener Tage unterwegs, aber auf seiner Spezialstrecke reichte es zum fünften WM-Sieg. Fünf Mal Weltmeister in einer Disziplin, das gelang vor dem 26-Jährigen niemandem. Stolz sang Mama Debbie auf der Tribüne die Hymne mit. Nach Silber und Bronze stand Phelps in Shanghai erstmals ganz oben. Nach einem Jahr mit zu viel Golf und weniger Training als einst kommt der Multimillionär wieder auf Touren.

Nur noch als enttäuschte Zuschauer hockten Marco Di Carli und Markus Deibler auf der Tribüne. Sie waren bereits im Vorlauf am Vormittag über 100 Meter Freistil und 200 Meter Lagen ausgeschieden. "Das war ein Scheißrennen. 49,0 Sekunden ist unter aller Sau", ärgerte sich Di Carli über Platz 19 im Vorlauf. Als Weltjahresbester war er nach Shanghai gereist, konnte seine Zeit von 48,24 Sekunden von den deutschen Meisterschaften aber nicht bestätigen. Das gelang auch Kurzbahn-Europameister Markus Deibler bei seinen 2:00,99 Minuten und Platz 22 nicht. dpa