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Ein bisschen Wehmut und eine Kampfansage

Trier. Vier Tage Vollgas: Ab morgen driften die besten Rallye-Piloten der Welt wieder durch die Region. Zu den Favoriten gehören unter anderem die Sieger der beiden Vorjahre. Doch noch aus einem anderen Grund ist die Rallye diesmal eine besondere. Peter Wilhelm

Alles ist bereit. Morgen Abend fällt an der Porta Nigra in Trier die Startflagge für die Deutschland-Rallye. Die Ausgangslage vor den 18 Prüfungen ist so spannend wie selten. Doch beim Rallyeleiter mischt sich in die Vorfreude auch etwas Wehmut. "Es ist die letzte Rallye in Trier . Ich finde es schade, dass wir hier weggehen", sagt Alfred Rommelfanger, der seit 2013 Leiter der Rallye ist.



Ab dem kommenden Jahr ist der ADAC Saarland Ausrichter des einzigen deutschen WM-Laufs. Das Rallye-Zentrum wird von der Mosel an den Bostalsee umziehen. Ob das mit Rommelfanger geschehen wird, ist fraglich. "Nach der Veranstaltung sehen wir weiter", sagt der 60-Jährige aus Zerf. Ein klares Bekenntnis hört sich anders an.

Jedes Jahr ein anderer Sieger

Immerhin kann Rommelfanger eine kuriose Bilanz aufweisen: Jedes Jahr, seitdem er Chef ist, gab es einen neuen Sieger: 2013 Citroën , 2014 Hyundai , 2015 VW - zuvor hatte Citroën seit 2001 alle Läufe gewonnen.

Auch 2016 dürfte spannend werden. In den bisherigen acht WM-Läufen der Saison fuhren sechs verschiedene Fahrer dreier Marken die Siege ein. Weltmeister Sébastien Ogier (VW Polo) startete mit zwei Triumphen in Monte Carlo und Schweden. Alles sah nach einem weiteren Alleingang des Franzosen zum Titel, seinem vierten in Folge, aus. Doch bei den folgenden Schotter-Rallyes kämpfte der erfolgsverwöhnte VW-Pilot auf verlorenem Posten. Unter anderem, weil er als Tabellenführer immer als Erster starten und auf der rutschigen Strecke den Straßenfeger für seine Konkurrenten spielen musste. Ein großer Nachteil. Die Folge: Sechs Rallyes dauert die Durststrecke des Franzosen nun schon an. Und entsprechend sehnt er sich auf den Start in Trier . "Endlich wieder Asphalt. Endlich habe ich nach den schwierigen Schotter-Rallyes wieder eine realistische Chance, im Kampf um den Sieg mitzumischen", sagt Ogier.



Ein Sieg - so wie 2015. Da gelang Ogier im dritten Anlauf endlich der heiß ersehnte erste Sieg beim VW-Heimspiel. In den beiden Jahren zuvor waren er und Teamkollege Jari-Matti Latvala jeweils in Führung liegend von der Strecke geflogen.

Zu den ärgsten Konkurrenten der VW-Piloten (neben Ogier, Latvala auch Andreas Mikkelsen) gehört vor allem Hyundai-Pilot Thierry Neuville. Der Belgier, im nur 70 Kilometer entfernten St. Vith aufgewachsen, hat rund um Trier sein Heimspiel. Zigtausend Fans feuern ihn an. Und 2014 feierte er hier seinen ersten WM-Sieg. "Das ist die Rallye, auf die wir uns in der ganzen Saison am meisten freuen. Und es ist eine, bei der wir immer stark waren", sagt er und schiebt eine Kampfansage hinterher: "Wir wollen auf jeden Fall ganz vorne mitmischen." Und das auch im Saarland: Neben der Wertungsprüfung (WP) Bosenberg steht erstmals seit 2010 die WP Freisen - Westrich wieder auf dem Programm. Beide werden am Samstag zwei Mal gefahren (siehe Zeitplan).

Zum Thema:

Zeitplan Deutschland-Rallye: Donnerstag: 20.15 Uhr: Showstart an der Porta Nigra. Freitag: 10.06 Uhr: Wertungsprüfung 1: Mittelmosel I. 10.44 Uhr: WP 2: Moselland I. 14.58 Uhr: WP 3: Mittelmosel II. 15.36 Uhr: WP 4: Moselland II. 18.12 Uhr: WP 5: Ollmuth. Samstag: 8.15 Uhr: WP 6: Freisen - Westrich I. 8.41 Uhr: WP 7: Bosenberg I. 10.17 Uhr: WP 8: Arena Panzerplatte I. 10.28 Uhr: WP 9: Arena Panzerplatte II. 10.46 Uhr: WP 10: Arena Panzerplatte lang I. 15.28 Uhr: WP 11: Freisen - Westrich II. 15.54 Uhr: WP 12: Bosenberg II. 17.30 Uhr: WP 13: Arena Panzerplatte III. 17.48 Uhr: WP 14: Panzerplatte lang II. Sonntag: 7.13 Uhr: WP 15: Dhrontal I. 8.42. Uhr: WP 16: Sauertal I. 9.47 Uhr: WP 17: Dhrontal II. 12.08 Uhr: WP 18: Sauertal II. 15 Uhr: Siegesfeier. wip