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Ein Auffahr-Unfall vor dem Derby bringt den FCS in Fahrt

Fußball-Regionalliga : Ein Auffahr-Unfall bringt den FCS in Fahrt

Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken feiert verdienten 3:0-Derbyerfolg gegen den FC Homburg und ist wieder Tabellenzweiter.

Um fünf Minuten nach 13 Uhr hetzten am Samstag drei junge Männer in Trainingsanzügen des 1. FC Saarbrücken vom Parkplatz vor dem Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen in Richtung Kabinen: Alexandre Mendy, Fabian Eisele und José-Pierre Vunguidica kamen zu spät zum Treffpunkt ihrer Mannschaft vor dem Saarderby gegen den FC Homburg. „Wir waren in Saarbrücken in einen Auffahr-Unfall verwickelt“, erzählte Vunguidica später: „Alex ist gefahren, aber es ist niemandem etwas passiert.“ Die drei sollten im Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga Südwest wichtige Rollen spielen.

Einen scheinbar wichtigen Auftritt hatte auch Innen- und Sportminister Klaus Bouillon. Er machte sich vor Ort ein Bild vom ersten Einsatz der neuen Polizeidrohne. „Wir benutzen dieses Instrument nur zur Aufklärung, können damit Verkehrs- und Personenströme besser erkennen und eingreifen, bevor irgendwelche Dinge entstehen“, sagte Einsatzleiter Erik Schweitzer begeistert: „Der Einsatz war sehr erfolgreich. Es gab keine Vorkomnisse.“

Nur 3246 Zuschauer waren dann von der Aufstellung des FCS überrascht. Trainer Dirk Lottner hatte anders als zuletzt auf eine Viererkette gesetzt, bei der Vunguidica links und Mendy rechts verteidigten. „Wir wollten eine gewisse Körperlichkeit und Größe gegen die Standardstärke der Homburger ins Spiel bringen“, sagte Vunguidica, der nach kurzen Anlaufschwierigkeiten ebenso ein gutes Spiel ablieferte wie Unfall-Partner Mendy: „Ich bin nicht unzufrieden mit meiner Leistung.“

Keine fünf Minuten waren vergangen, als alle Blau-Schwarzen erstmals jubelten. Nach einer unglücklichen, weil viel zu kurzen Faustabwehr des früheren Saarbrücker Torwarts David Salfeld schaltete Gillian Jurcher am schnellsten und traf aus 20 Metern zur 1:0-Führung für den Gastgeber.

Zehn Minuten später reagierte Salfeld großartig. Nachdem sich Sebastian Jacob und Jurcher durchkombiniert hatten, lenkte „Sali“ den starken Abschluss mit einer Hand über die Latte. Den anschließenden Eckball trat Martin Dausch, der überraschend den Vorzug vor Markus Mendler bekommen hatte und im Mittelfeld mit Fanol Perdedaj die Fäden zog. „Wenn die beiden am Ball sind, hat man immer ein gutes Gefühl“, sagte der FCS-Vorsitzende Jörg Alt. Zu Recht. Denn Dauschs gefühlvolle Ecke landete präzise auf dem Kopf von Jacob, den die Homburger Abwehrriesen völlig alleine gelassen hatten – das 2:0 (17. Minute).

Danach hatten die Homburger ihre beste Phase. Der aufmerksame Daniel Batz im und die Querstange des FCS-Tores verhinderten Schlimmeres. „Es ist völlig normal, dass man nicht 90 Minuten dominiert“, sagte Lottner: „Wenn Homburg da das ein oder andere Tor macht, wird es ein anderes Spiel.“ Wurde es aber nicht. Saarbrücken kontrollierte nach dem Wechsel die Partie gegen erschreckend ideenlose Gäste. Der ansonsten wieder starke Tobias Jänicke vergab die Entscheidung, als er aus elf Metern über das leere Tor schoss (60.). „Platz zwei war schön und gut“, räumte FCH-Chef Herbert Eder ein: „Aber er hat vielleicht über unsere wirkliche Qualität hinweggetäuscht.“

Wie Qualität in der Breite eines Kaders aussieht, bewies der FCS. Für Dausch, Jurcher und Jacob kamen Mendler, Ivan Franjic und Fabian Eisele – alles Spieler, die den Unterschied ausmachen können. „Sebastian hatte Wadenprobleme und wollte raus“, erklärte Lottner: „Ich bin ihm dankbar, so konnte ich Fabian bringen.“ Und Eisele köpfte mit dem zweiten Ballkontakt eine Minute nach seiner Hereinnahme ein zum 3:0-Endstand (72.).

Vor dem Spiel hatten Dirk Lottner (links) und Jürgen Luginger beste Laune, nach dem Derby FCS gegen FC Homburg nur noch Lottner. Foto: Andreas Schlichter
Fabian Eisele (re.) setzt sich hier gegen Tim Stegerer durch. Foto: Andreas Schlichter

„Wir hatten uns vorgenommen, mit aller Macht das Derby zu gewinnen“, sagte FCS-Kapitän Manuel Zeitz: „Wir hätten noch ein, zwei Tore mehr machen können. Wir hatten das Ding im Griff.“ Und so soll es jetzt weitergehen. An diesem Dienstag (19 Uhr) steht das Nachholspiel beim FK Pirmasens an. Und im Saarlandpokal-Halbfinale muss der FCS zu Saarlandligist SV Saar 05 (laut Rahmenterminplan am 1. Mai).