Ein Abschied mit Tränen

1. FC Saarbrücken : Ein Abschied mit Tränen

FCS siegt zum Abschluss mit 2:1 gegen Kassel. Zehn Spieler werden verabschiedet.

Der 1. FC Saarbrücken beendet die Saison 2016/17 mit einem 2:1 (2:0)-Erfolg über den KSV Hessen Kassel und damit auf dem dritten Platz der Fußball-Regionalliga Südwest - zwölf Punkte vor "Verfolger" TSG Hoffenheim II, aber eben auch sieben Zähler hinter Relegationsplatz zwei. "Wir wollten mit diesem letzten Heimspiel einen erfolgreichen Saisonabschluss feiern. Das ist uns gelungen", sagte FCS-Trainer Dirk Lottner. "Das zweite Ziel des Tages war, den Spielern, die uns verlassen, einen würdigen Abschied zu geben."

Schon vor der Partie dankten Vize-Präsident Dieter Ferner und Schatzmeister Dieter Weller allen zehn zu Verabschiedenden. Einige wie Tammo Harder oder Felitziano Zschusschen waren nur wenige Monate beim Verein, andere fast ein halbes Sportlerleben. "Ich hatte beim FCS fünf wundervolle Jahre", sagte Sven Sökler, der gegen Kassel in der zweiten Hälfte noch einmal spielen durfte, "ich bin im Saarland heimisch geworden. Mal sehen, wie es weitergeht." Stürmer Jens Meyer -- er bekam in der Schlussphase noch einmal neun Spielminuten - liefen die Abschiedstränen übers Gesicht. Er wird - wie die Innenverteidiger Peter Chrappan und Alexander Hahn - mit Absteiger FC Homburg in Verbindung gebracht. "Das ist schon ein sehr emotionaler Moment", sagte Chrappan, der sein Trikot mit seinem "kleinen Bruder" Ivan Sachanenko tauschte.

Torwart David Salfeld bekam bei seinem 90minütigen Abschiedsauftritt vor 1855 Fans noch einmal richtig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Die Gäste - offenbar von der vorerst abgewendeten Insolvenz beflügelt - tauchten alleine im ersten Durchgang acht Mal mehr oder weniger frei vor dem Saarbrücker Tor auf. Doch Salfeld hielt seinen Kasten bis zur 71. Minute sauber, dann rutschte ihm ein Schuss von Steven Rakk zum 2:1-Endstand durch die Hände. "Ich hatte einen Sahnetag", sagte Salfeld und unterdrückte dabei die Tränen. "Ich habe hier so viele Freunde gefunden. Ich werde mich immer an die Zeit erinnern."

Vielleicht auch an das 1:0 gegen Kassel nach nur 68 Sekunden. Nach toller Balleroberung und Maßflanke von Marwin Studtrucker verwandelte Markus Mendler sehenswert per Direktabnahme. Das Kassel-Spiel war ein Spiegelbild für Studtruckers Saison: immer bemüht, immer fleißig, aber im Abschluss unglücklich oder nicht zwingend genug. Nach einer Viertelstunde bekam er den Ball nicht im leeren Tor unter, 40 Minuten später versprang ihm das Spielgerät alleine vor KSV-Torhüter Niklas Hartmann.

Besser macht es Patrick Schmidt. Nach einem Foul an Mendler zeigte Schiedsrichter Michael Kempter auf den Punkt. Schmidt verzögerte kurz, setzte den Strafstoß dann zum 2:0 unter die Latte (33.). Es war Schmidts 22. Saisontor, damit holte er sich die Torjägerkanone, muss sie aber mit Triers Muhammed Alawie teilen. "Ich habe fast die ganze Saison in der Statistik vorne gelegen. Da hätte ich mich schon geärgert, wenn ich kurz vor Schluss noch abgefangen worden wäre", sagte Schmidt lächelnd. "Geteilt oder nicht: ich bin vorne." Viel Zeit für Freude oder Abschiedsschmerz bleibt den Saarbrückern nicht. Am Donnerstag geht es im Saarlandpokalfinale gegen Meister SV Elversberg. Und gegen die hat der FCS mehr als eine Rechnung offen. Die SVE hat beide Spiele für sich entschieden. Wäre dem FCS dies gelungen, stünde die Mannschaft von Dirk Lottner in den Aufstiegsspielen. "Wir können auf eine ordentliche Saison zurückblicken", sagt Schmidt, "die wollen wir mit dem Pokalsieg krönen".