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Ein 24 Stunden dauernder Sprint

Viererbande: Marc Lieb, Timo Bernhard, Romain Dumas, Marcel Tiemann (v. l.). Foto: SZ
Viererbande: Marc Lieb, Timo Bernhard, Romain Dumas, Marcel Tiemann (v. l.). Foto: SZ
Nürburg. Um 11.20 Uhr am Sonntagmorgen kommt erstmals so etwas wie Erleichterung in der Box von Timo Bernhard auf. Nach neunzehneinhalb Stunden Anspannung, Zittern und Bangen. Über die Fernseh-Monitore flimmert ein Audi R 8 in langsamer Fahrt. Am Streckenabschnitt Karussell rollt der Hauptkonkurrent des Titelverteidigers aus Von SZ-Redakteur Peter Wilhelm

</bu_text>Nürburg. Um 11.20 Uhr am Sonntagmorgen kommt erstmals so etwas wie Erleichterung in der Box von Timo Bernhard auf. Nach neunzehneinhalb Stunden Anspannung, Zittern und Bangen. Über die Fernseh-Monitore flimmert ein Audi R 8 in langsamer Fahrt. Am Streckenabschnitt Karussell rollt der Hauptkonkurrent des Titelverteidigers aus. Geschockte Gesichter in der Audi-Box, Durchatmen beim Porsche-Team von Timo Bernhard, Marc Lieb, Romain Dumas und Marcel Tiemann. Zwar rasen sofort einige Audi-Mechaniker auf Enduro-Motorrädern los, um das am anderen Ende der 25 Kilometer langen Rennstrecke gestrandete Auto wieder flott zu machen. Mehr als Platz fünf ist für den zu diesem Zeitpunkt führenden Audi aber am Ende nicht mehr drin. Timo Bernhard (Homburg) sieht den Konkurrenten am Streckenrand stehen. Als er selbst wenig später an der Box seines Manthey-Teams vorfährt und den Porsche 911 RSR an Romain Dumas übergibt, atmet er durch: "Wir hatten zwar die Lücke zu dem Audi etwas zugefahren. Aber ohne deren Problem wäre es ganz schön eng geworden. Dieses Rennen ist der reine Wahnsinn. Ich habe von Beginn an alles geben müssen. Das ist diesmal kein Langstreckenrennen, sondern ein 24 Stunden langer Sprint." In der Tat: Der Kampf um den Sieg bei den diesjährigen "24 Stunden vom Nürburgring" ließ weder den Fahrern noch den 235 000 Fans eine ruhige Minute. 23 Mal wechselte im Lauf des Rennens die Führung. Vor allem in der Nacht hatten sich der Manthey-Porsche und die Werks-Audi auf Biegen und Brechen gejagt. Timo Bernhards Teamchef Olaf Manthey war unmittelbar nach dem Zieleinlauf am Sonntag um 16 Uhr sichtlich von den Strapazen des Rennens gezeichnet. "Das war mein schwerster, aber auch mein größter Sieg in 36 Jahren Motorsport. Ich glaube, der kann auch nicht mehr getoppt werden", sagte er. Audi, das mit vier erstmals eingesetzten R8-Sportwagen gestartet war, belegte am Ende mit Christian Abt, Jean-François Hemroulle, Pierre Kaffer und Lucas Luhr den zweiten Platz. Viel Pech hatte das Auto mit den DTM-Stars Mattias Ekström und Timo Scheider. Ihr Fahrzeug wurde am Start am Heck getroffen. Dabei wurde der rechte Auspuff zerquetscht. Kurz danach ging der Motor aus. Die Reparatur warf das Team weit zurück. wip