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Ein 16-Jähriger startet durch

Tim Suton hat sich bei der HG Saarlouis überraschend schnell akklimatisiert. Foto: Ruppenthal
Tim Suton hat sich bei der HG Saarlouis überraschend schnell akklimatisiert. Foto: Ruppenthal
Saarlouis. Tim Suton ist seit gerade mal 144 Tagen 16 Jahre alt, und er spielt Handball. Das ist nicht weiter ungewöhnlich - schließlich treiben im Saarland viele Jugendliche diesen Sport. Doch Tim spielt nicht wie die meisten in einer B-Jugend, sondern er gehört zum Kader des Zweitligisten HG Saarlouis

Saarlouis. Tim Suton ist seit gerade mal 144 Tagen 16 Jahre alt, und er spielt Handball. Das ist nicht weiter ungewöhnlich - schließlich treiben im Saarland viele Jugendliche diesen Sport. Doch Tim spielt nicht wie die meisten in einer B-Jugend, sondern er gehört zum Kader des Zweitligisten HG Saarlouis. Außerdem besitzt er ein Zweitspielrecht für die A-Jugend-Bundesligamannschaft der HSG Völklingen und ist Mitglied des Elitekaders des Deutschen Handball-Bundes (DHB).An diesem Samstag empfängt Suton mit der HG Saarlouis den VfL Bad Schwartau in der Stadtgartenhalle (19.30 Uhr). "Wir haben zwar einen starken Gegner, aber die Chance, zu gewinnen, ist immer da. Zu Hause sowieso", sagt Suton. Nach dem 28:26-Erfolg beim Aufstiegskandidaten TV Hüttenberg vor einer Woche geht die HG mit Schwung in die Partie. "Das war geil. Vor allem, weil es in Hüttenberg war. Da gewinnen nicht viele Mannschaften", freut sich das Top-Talent auch noch eine Woche nach dem überraschenden Auswärtssieg.


Überraschend ist auch, dass der Sohn von HG-Trainer Goran Suton sich auf Anhieb in der 2. Bundesliga zurecht zu finden scheint. Er legte eine tolle Vorbereitung hin und wurde nur von einer Bänderverletzung zu Saisonbeginn gebremst. "Das war für mich schon bitter, weil durch die Verletzung von Davorin Prskalo für mich die Chance, zu spielen, noch größer war als eigentlich geplant", erinnert sich Suton junior an die Situation vor vier Wochen.

Beim Spiel gegen die SG Bietigheim vor zwei Wochen war es dann soweit. Suton spielte erstmals in einem Pflichtspiel und steuerte gleich sechs Tore zum 32:28-Heimsieg bei. Beeindruckend ist vor allem seine körperliche Stärke. Mit 16 Jahren ist er schon 1,91 Meter groß und weiß, diese Stärke einzusetzen. Auch wenn er nach seiner Verletzung vorerst nur im Angriff spielt.



Im Gegensatz zu seinem Vater, der im ehemaligen Jugoslawien (heute Bosnien-Herzegowina) geboren wurde, ist Tim gebürtiger Deutscher - geboren in Kirchheim unter Teck bei Stuttgart. Derzeit besucht er die elfte Klasse des Saarlouiser Max-Planck-Gymnasiums und hat vor, dort in zwei Jahren auch sein Abitur zu machen - trotz der Mehrfachbelastung durch den Leistungssport: "Die Schule ist bereit zu kooperieren, und deswegen passt das super", erklärt Suton, der sich noch keine Gedanken über seine berufliche Zukunft gemacht hat: "Es kommt darauf an, wie es im Handball läuft. Aber eine Ausbildung oder ein Studium will ich auf jeden Fall noch machen."

Bis es soweit ist, will er in Saarlouis bleiben. "Bei der HG passt alles perfekt. Es ist ein sehr familiärer Verein, das Umfeld ist einfach super. Und mit den Jungs macht es richtig viel Spaß", schwärmt er von seinem neuen Club. In der Jugend spielte er für den TV Willstätt, die HSG Düsseldorf und Bayer Dormagen. Welche Ziele er mit der HG Saarlouis verfolgt, verrät er nur Zwischenzeilen-Lesern: "Unser offizielles Ziel ist ja Klassenverbleib plus X. Das ist unser Hauptziel, und das werden wir auch schaffen", sagt er und antwortet auf die Nachfrage, wie groß denn das "X" werden könnte, professionell, aber mit einem Augenzwinkern: "Das muss man den Trainer fragen." Halt seinen Vater. zen