| 21:03 Uhr

Fußball-Bundesliga
VfB siegt trotz Zielers Eigentor

Nach seinem Eigentor kniete VfB-Torwart Ron-Robert Zieler im Tor und schaute bedröppelt.
Nach seinem Eigentor kniete VfB-Torwart Ron-Robert Zieler im Tor und schaute bedröppelt. FOTO: dpa / Deniz Calagan
Stuttgart. Torwart unterläuft bei 2:1-Heimsieg gegen Bremen ein kurioser Einwurf-Fauxpas. sid

Ron-Robert Zieler war bestens gelaunt. Kein Wunder. Endlich war Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart der erste Saisonsieg gelungen. Er selbst, behauptete der Torhüter, hatte dabei „sehr, sehr gut gehalten“. Vor allem aber musste er sich nach dem spektakulären wie kuriosen 2:1 (1:0) gegen Werder Bremen nicht mehr grämen, an einem irrwitzigen Eigentor beteiligt gewesen zu sein. „Das war“, sagte Zieler, „ein Sieg des Willens“. Und es war ein Sieg, der im Ländle erst einmal für ein bisschen Ruhe sorgen dürfte.


Viel hätte freilich nicht gefehlt, und Zieler hätte nach dem Spiel am Samstag ebenso belämmert dreingeschaut wie in der 68. Minute. Da sah Zieler einen Einwurf von Borna Sosa auf sich zufliegen, er rechnete offensichtlich nicht damit, „dass der Ball so schnell und präzise zurückgespielt wird“. Zieler wollte klären, streifte den Ball nur leicht, veränderte dessen Bahn dadurch kaum - und prompt kullerte die Kugel weiter ins Netz. Ohne die Berührung von Zieler hätte es Eckball gegeben. Laut Regel 15 kann aus einem Einwurf kein direktes Tor entstehen, stattdessen hätte es Abstoß gegeben.

„So ein Ding will man nicht, aber es ist passiert“, sagte Zieler, und „weil es gut gegangen ist, ist alles okay.“ Dass es noch mal gut ging, verdankte der Schlussmann, der bis dahin in der Tat prächtig gehalten hatte, Gonzalo Castro, der in der 75. Minute den zweiten Heimtreffer der Stuttgarter in dieser Saison erzielte. Der erste war dem starken Anastasios Donis (19.) nach einem Zauberpass von Daniel Didavi gelungen. „Dieser Sieg ist unglaublich wichtig“, sagte Sportvorstand Michael Reschke, der sich an seinem 61. Geburtstag auf den Cannstatter Wasen freute. Das zweitgrößte Volksfest der Welt erlebte sein Eröffnungswochenende.



Auch Trainer Tayfun Korkut lobte hinterher die Moral seiner Mannschaft. Die spielte nach dem Platzverweis (Gelb-Rot) für den Bremer Verteidiger Milos Veljkovic (36.) zwar fast eine Stunde lang in Überzahl, doch an diesem Eigentor Marke Slapstick drohte sie zu zerbrechen. Mit den Verletzungen von Donis und Dennis Aogo (jeweils Verdacht auf Muskelfaserriss) wurde der Sieg freilich teuer erkauft.

In der Schlussphase hatten beide Teams eine wahre Flut an Chancen – wie die Stuttgarter sie vergaben, allen voran Nicolas Gonzalez, war zum Haareraufen. Die überlegenen Bremer waren selbst in Unterzahl besser, Maximilian Eggestein (58.) und Claudio Pizarro (73.) trafen aber jeweils nur den Pfosten. Trainer Florian Kohfeldt bescheinigte seiner Mannschaft eine „überragende Auswärtsleistung“.