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Eichorn bleibt zuversichtlich

Eichorn bleibt zuversichtlich

Mit dem Sieg beim DTB-Pokal hat sich Andreas Bretschneider gestern seinen Kaderplatz gesichert. Ob sich TG-Saar-Athlet Waldemar Eichorn ins Aufgebot für die Olympia-Qualifikation turnen konnte, entscheidet sich heute.

Waldemar Eichorn ist ein Wettkampftyp. Wenn der Nationalturner vom TV Bous an die Geräte geht, bleibt er normalerweise cool. So schnell bringt den 29-Jährigen nichts aus der Ruhe, doch beim DTB-Pokal in Stuttgart war es diesmal anders. Die riesige Zuschauerkulisse und der Erwartungsdruck zeigten am vergangenen Freitag in der Porsche-Arena offenbar Wirkung.

In der vor dem Weltcup der Turn-Stars ausgetragenen Team-Challenge zeigte Eichorn eine solide Mehrkampfleistung, doch am Paradegerät Pauschenpferd patzte er. "Ich war aufgeregt, habe begonnen, während der Übung zu hetzen. Dann bin ich aus dem Rhythmus gekommen und musste absteigen", ärgerte sich Eichorn: "14,3 Punkte sind immer noch eine hohe Wertung, aber ich habe die Übung fehlerfrei drauf."

Dass er es besser kann, hatte Eichorn zwei Wochen zuvor beim National-Team-Cup bewiesen, wo er Bundestrainer Andreas Hirsch mit der Tageshöchstnote begeisterte. Seine 15,15 Punkte hätten in Stuttgart zum zweiten Platz gereicht, hinter TG-Saar-Kollege Oleg Wernjajew, der für die Ukraine turnte. So aber verpasste Eichorn mit Deutschland II den Einzug ins Teamfinale, das Deutschland I am Samstag mit Rang vier beendete.

Nun ist Hirsch am Zug. Der Bundestrainer nutzte die Team-Challenge als zweite interne Ausscheidung und will heute verkünden, wer vom 16. bis 19. April beim Testevent in Rio für Deutschland um ein Olympia-Ticket kämpfen darf. Mit seinem Sieg beim DTB-Pokal hat sich Andreas Bretschneider gestern seinen Platz gesichert. Marcel Nguyen wurde Vierter und ist ebenfalls dabei. Wird Fabian Hambüchen nach seiner Schulterverletzung fit, dürfte auch er gesetzt sein. Sechs Turner und einen Ersatzmann nimmt Hirsch nach Rio mit. Lukas Dauser, Christopher Jursch, Helge Liebrich und Andreas Toba konnten als Deutschland I überzeugen.

Eichorns Plus: Er ist an allen sechs Geräten einsetzbar und in Bestform ein Pauschenpferd-Turner mit Weltklasse-Niveau. "Ich habe ein gutes Gefühl und schon eine Einladung zum Lehrgang am Freitag in Kienbaum bekommen", verrät er. Ob das schon die halbe Rio-Miete ist?

Während Waldemar Eichorn noch zittern muss, hat sich Pauline Schäfer ihren Olympia-Einzelstart mit WM-Bronze ja bereits gesichert. Mit dem fünften Platz beim DTB-Pokal, den ihre Chemnitzer Trainingskollegin Sophie Scheder am Samstag sensationell gewann, war die Saarländerin nicht zufrieden. "Da war mehr drin. Ich muss weiter hart trainieren. Demnächst dürfen solche Fehler nicht passieren", meinte Schäfer mit Blick auf das anstehende Olympia-Testevent. Auch die deutsche Frauen-Riege will Mitte April in Rio die letzte Chance nutzen und die begehrte Olympia-Fahrkarte lösen.