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Dynamo-Fans schocken den Fußball

Dynamo-Fans schocken den Fußball

Dortmund. Geschockt und ratlos wirkte die Dynamo-Führung am späten Dienstagabend. Der Fußball-Zweitligist Dresden ist einmal mehr durch randalierende Anhänger bundesweit negativ aufgefallen. Die Partie in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Meister Borussia Dortmund (0:2) stand wegen des Einsatzes von Pyrotechnik und Böllern mehrfach vor dem Abbruch

Dortmund. Geschockt und ratlos wirkte die Dynamo-Führung am späten Dienstagabend. Der Fußball-Zweitligist Dresden ist einmal mehr durch randalierende Anhänger bundesweit negativ aufgefallen. Die Partie in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Meister Borussia Dortmund (0:2) stand wegen des Einsatzes von Pyrotechnik und Böllern mehrfach vor dem Abbruch.

Immenser Image-Schaden

Scharfe Kritik kam von Dynamo-Vereinspräsident Andreas Ritter: "Ich habe gedacht, dass wir da schon einmal einen Schritt weiter waren. Das Image haben wir uns mal wieder deutschlandweit versaut", sagte er nach der 0:2-Niederlage. "Wir müssen schon in den Schulen aufklären und die Fanarbeit weiter verstärken. Aber eine Patentlösung haben wir nicht", sagte Ritter.

Als wiederholt Bengalische Feuer gezündet wurden oder brennend vom Oberrang mitten in die Menschen auf den Unterrang flogen, unterbrach Schiedsrichter Peter Gagelmann die Begegnung zwei Mal.

Vor und nach dem Spiel kam es nach Angaben der Polizei zu "teilweise massiven Ausschreitungen". Gewalttäter warfen mit Feuerwerkskörpern und Flaschen auf Polizisten, Stadioneinrichtungen wurden beschädigt. Die Polizei musste Pfefferspray einsetzen. 15 Festnahmen und 17 Verletzte lautete die Bilanz.

"Es ist überhaupt nicht verständlich, dass auch Knaller und Böller geworfen worden. Das widerspricht vollkommen der Kampagne ,Emotionen respektieren - Pyrotechnik legalisieren', die die Fans initiiert haben. Wir haben die Kampagne bisher unterstützt und müssen das nun überdenken", sagte Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz.

160 weitere Ultra-Gruppen haben sich an dieser Kampagne beteiligt. Dass sie nun ad absurdum geführt wird, ist nicht nur am Dienstag in Dortmund zu sehen gewesen. So haben am vergangenen Bundesliga-Wochenende Kölner, Stuttgarter und Bayern-Ultras Leuchtfackeln abgebrannt und Plakate hochgehalten, die die Botschaft transportierten: "Pyrotechnik legalisieren".

Grund für den vermehrten Pyroeinsatz ist ein vermeintlich gebrochenes Versprechen, dass laut Ultras der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gebrochen hat. Das berichtet "Spiegel online". Im Frühjahr habe sich die Initiative angeblich mit dem DFB daraufgeeinigt, dass es zu Verhandlungen über mögliche Pilotprojekte zur Legalisierung von Leuchtelementen im Stadion kommen würde - unter einer Bedingung: An den ersten drei Erstliga- und an den ersten fünf Zweitliga-Spieltagen dürfe keine Pyrotechnik in den Stadien eingesetzt werden. Über mehrere Monate gab es einen Dialog.

Versprechen gebrochen?

Die Ultras erfüllten die Bedingungen, sagen sie selbst, aber die Verbände wollen von der Verabredung angeblich nichts mehr wissen. "Es ist eine Frechheit, dass der DFB behauptet, es hätte dieses Versprechen nicht gegeben. Wir haben es im April vom damaligen DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn und Liga-Fanvertreter Thomas Schneider erhalten. Jetzt heißt es, sie seien nicht befugt gewesen, irgendwelche Versprechen abzugeben. Warum hat man sie dann in die Verhandlungen mit uns geschickt? Man hat uns durch die Gespräche vorgeführt und verarscht", sagt Jannis Busse, Sprecher der Initiative, zu "Spiegel online". Zudem wurde dem Bericht zu Folge Fan-Vertretern am 1. September mitgeteilt, dass Pyrotechnik verboten bleiben wird. "Für uns läuft die Initiative jetzt ohne Dialog mit dem DFB und der Deutschen Fußball-Liga weiter", sagt Busse, was in den vergangenen Tagen in den Stadien zu sehen war. Auf Kosten des Fußballs. dapd/red