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Dynamo Dresden wirft Leipzig raus, Fans sorgen für Eklat

Ganz schön dynamisch: Dresdens Spieler rennen nach dem entscheidenden Elfmeter von Aias Aosman jubelnd übers Feld. Foto: Eisenhuth/dpa
Ganz schön dynamisch: Dresdens Spieler rennen nach dem entscheidenden Elfmeter von Aias Aosman jubelnd übers Feld. Foto: Eisenhuth/dpa FOTO: Eisenhuth/dpa
Dresden. Das tut richtig weh. RB Leipzig ist raus. Als erster Bundesligist musste sich der Aufsteiger aus dem DFB-Pokal verabschieden. Ausgerechnet gegen Dresden. Die Prognose des Trainers: Einfacher wird es in der Liga auch nicht. Agentur

Ralph Hasenhüttl suchte nach Erklärungen für das, was RB Leipzig einfach nicht passieren durfte. Und der neue Trainer des viel diskutierten Aufsteigers prophezeite seinem Team nach dem bitteren DFB-Pokal-Erstrunden-Aus beim Zweitligisten und Sachsen-Rivalen Dynamo Dresden : "Eines kann ich jetzt schon versprechen: In der Bundesliga wird es nicht leichter." Zumal er vor dem Start am Sonntag bei 1899 Hoffenheim auch noch um Kapitän Dominik Kaiser und Naby Keita bangen muss. Kaiser erlitt eine Sehnenverletzung, Keita eine schwere Mittelfußprellung. Beide fallen vorerst aus. Wie lange, ist derzeit unklar.


Der Schmerz über den verschossenen Strafstoß beim 4:5 im Elfmeterschießen dürfte bei Kaiser am Samstag aber größer gewesen sein. Als einziger scheiterte er, nachdem er in der regulären Spielzeit vom Punkt noch getroffen hatte. Bei der Entscheidung war er aber schon verletzt.

Dank seines verwandelten Handelfmeters hatte Leipzig nach den ersten 45 Minuten eigentlich beruhigend vorn gelegen. Aber dann: "Die zweite Halbzeit war sehr einschneidend für uns, weil wir das gut aufgebaute Spiel durch eine ungünstige Situation aus der Hand gegeben und unser eigenes Spiel komplett vernachlässigt haben. Das müssen wir in Zukunft unbedingt verbessern", betonte Kaiser, der im Gegensatz zu den meisten anderen RB-Profis nach dem Spiel Rede und Antwort stand.



Nach Marcel Sabitzers (15.) Führung hatte Kaiser (45.) diese ausgebaut. Das hätte Sicherheit geben müssen. Doch es sorgte eher für Lethargie bei den Leipzigern. Der Anschluss durch einen Foulelfmeter des früheren RB-Stürmers Stefan Kutschke (47.) tat ein Übriges, die Dresdner und ihre Fans drehten auf.

"Dass nach dem 1:2 die Menge tobt, ist klar. Trotzdem ist es nicht klar, weshalb wir uns dann so von unserem Spiel haben abbringen lassen", sagte Trainer Hasenhüttl. In der 78. Minute musste er den zweiten Gegentreffer mitansehen, wieder hatte Kutschke (78.) getroffen.

Hasenhüttl suchte weiter nach Erklärungen. "Wir haben eine junge Mannschaft, die noch nicht so weit ist, dass das ganz locker weggeschüttelt wird. Deswegen ist der Gegner immer stärker geworden. Dann kriegen wir das 2:2, das so nicht passieren darf", sagte er.

Im Elfmeterschießen war es dann ausgerechnet Kaiser, der verschoss. Noch nie hatte der Stratege zuvor für die Leipziger Profis einen Elfmeter verschossen. "So ist Fußball. Ich habe mich falsch entschieden beziehungsweise recht lange überlegt, und das sollte man nicht machen", meinte er. Seinen harmlosen Schuss parierte Dynamo-Schlussmann Marvin Schwäbe, ehe Aias Aosman für die Entscheidung sorgte. Hasenhüttls Pokalbilanz bleibt "unterirdisch": Erst einmal überstand er mit einem Team die erste Runde.

Das Hochsicherheitsspiel war insgesamt ruhig geblieben. Doch im Nachhinein sorgte eine Protestaktion gegen Leipzig für Aufsehen: Ein abgetrennter Bullen-Kopf wurde in den Stadioninnenraum geworfen. Unklar ist bisher, wie der Schädel bei dem als Hochsicherheitsspiel eingestuften Duell ins Stadion gebracht werden konnte. "Diese Aktion war absolut widerlich, damit wurde eine Grenze deutlich überschritten, und es wirft ein schlechtes Licht auf diesen besonderen Fußball-Tag, der ansonsten eine großartige Werbung für unsere Stadt und unseren Verein war", tobte Dresdens Geschäftsführer Michael Born.