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Dunkle Flecken auf dem 2:1

Dunkle Flecken auf dem 2:1

25 Minuten war die Partie der SV Elversberg gegen den SSV Ulm unterbrochen, weil der Schiedsrichter von einem Feuerzeug getroffen wurde. Die Ulmer behalten sich einen Protest gegen die Spielwertung vor.

So etwas hat es im Stadion an der Kaiserlinde in Elversberg noch nicht gegeben. Im Regionalliga-Spiel zwischen der SV Elversberg und dem SSV Ulm (Spielstand 2:1) warf ein Zuschauer aus dem Elversberger Fan-Block in der 89. Minute ein Feuerzeug in Richtung Schiedsrichter Julius Martenstein und traf den Unparteiischen an der Schulter.

Martenstein wollte gerade eine Gelbe Karte für den Elversberger Markus Obernosterer notieren, besprach die Situation aber zuerst über Funk mit seinen Linienrichtern, unterbrach die Partie und verschwand mit seinem Gespann für 25 Minuten in der Kabine. Verantwortlichen der SVE teilte der Schiedsrichter kurz nach der Unterbrechung mit, dass er nicht verletzt sei, sondern unter Schock stehe.

Der Saarbrücker Zeitung sagte Martenstein etwa eine Stunde nach dem Spiel. "Was soll ich da jetzt noch groß erklären? Das ist nichts für die Öffentlichkeit und wird seinen gewohnten Gang gehen." Nichts sagen durften übrigens auch die Elversberger Spieler. Trainer Michael Wiesinger erteilte allen Interviewverbot. "Es erübrigt sich jetzt, irgendeinen Kommentar zu dieser Situation anzubringen", erklärte ein hoch emotionaler Wiesinger, der sich nach dem Spiel über mangelnde Stimmung und über Zuschauer beschwerte, die ständig etwas Negatives im Spiel suchen würden.

Nach den 25 Minuten Pause setzte Schiedsrichter Martenstein die Partie vor 1530 Zuschauern für eine Minute plus zwei Minuten Nachspielzeit fort - und die SVE gewann mit 2:1. "Wir haben nur unter Protest weitergespielt und werden nun auch prüfen, welche Möglichkeiten wir haben. Wir wurden zu keiner Zeit informiert und waren 25 Minuten im Ungewissen", sagte Ulms Trainer Stephan Baierl. Wiesinger bestätigte, dass die SVE vom Schiedsrichtergespann erfahren hatte, dass das Spiel in "fünf Minuten" fortgesetzt werde.

Bei Attacken gegen den Schiedsrichter reagiert der Deutsche Fußball-Bund, was Strafen anbelangt, in der Regel sehr empfindlich. Hohe Geldstrafen und Zuschauerausschlüsse sind keine Seltenheit. In knapp einem Monat empfängt die SV Elversberg den 1. FC Saarbrücken zum Saarderby - ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit wäre wohl die Höchststrafe für die SVE. "Wir wissen nicht, wie der DFB entscheidet. Wir wissen aber, dass wir selber alles dafür tun werden, dass so etwas bei uns im Stadion nicht mehr vorkommt. Solche Fans wollen wir nicht", erklärte Marc Strauß, Vorstand Verwaltung und Vereinsentwicklung bei der SVE. "Wir haben den Fan bereits ausfindig gemacht, werden das höchstmögliche Stadionverbot verhängen und Strafanzeige stellen. Und wenn wir eine Geldstrafe bekommen, versuchen wir, diese zu 100 Prozent zu übertragen."

Rein sportlich hatte sich die SVE den Sieg verdient. Sven Sellentin traf in der fünften Minute nach Pass von Merveille Biankadi mit seinem ersten Saisontor zum 1:0. Nach dem Ulmer 1:1 durch Luca Graciotti (18.) war die SVE das bessere Team mit den besseren Chancen. Den Siegtreffer zum 2:1 (73.) erzielte Maximilian Oesterhelweg per Kopf - sein sechstes Saisontor. Am Mittwoch (19 Uhr) ist die SVE zu Gast beim TuS Koblenz .