Duelle mit den Besten

Saarbrücken. Dem Tischtennis-Bundesligisten 1. FC Saarbrücken steht ein Hammer-Wochenende bevor. Zunächst müssen die Saarbrücker, die gerade zum zweiten Mal in Folge zur saarländischen Mannschaft des Jahres gewählt wurden, in der Champions League heute um 13.20 Uhr beim Titelverteidiger Fakel Orenburg in Russland antreten

Saarbrücken. Dem Tischtennis-Bundesligisten 1. FC Saarbrücken steht ein Hammer-Wochenende bevor. Zunächst müssen die Saarbrücker, die gerade zum zweiten Mal in Folge zur saarländischen Mannschaft des Jahres gewählt wurden, in der Champions League heute um 13.20 Uhr beim Titelverteidiger Fakel Orenburg in Russland antreten. Am Sonntag steht dann das absolute Topspiel in der Bundesliga zwischen dem amtierenden deutschen Pokalsieger und Bundesliga-Zweiten FCS und dem Meister und Tabellenführer Borussia Düsseldorf auf dem Programm. Das Spiel findet um 15 Uhr in der Mehrzweckhalle der Hermann-Neuberger-Sportschule statt."Orenburg und Düsseldorf haben in den letzten beiden Jahren die Champions League unter sich ausgemacht. Das sind sicher die zwei stärksten Mannschaften in Europa. Aber direkt danach kommen schon wir", sagt der sportliche Leiter des FCS, Erwin Berg. Besonders stolz macht ihn dabei die Tatsache, dass sein Verein mit vergleichsweise sehr geringen Mitteln im Konzert der Großen mitspielen kann. "Was die Russen zahlen, ist utopisch. Soviel verdient niemand in anderen Vereinen. Sonst wäre auch ein Top-Mann wie Dimitrij Ovtcharov dort längst weg. Für einen solchen Top-Mann aus den besten Zehn der Weltrangliste fehlt uns das Geld", sagt Berg, der sein Team aber ohnehin nicht auseinanderreißen würde.

Der sprudelnden Geldquelle der Osteuropäer will sich Saarbrücken stattdessen mit seiner mannschaftlichen Geschlossenheit entgegenstellen. "Wir sind überglücklich mit unseren Jungs, die immer gemeinsam kämpfen und im letzten Jahr so erfolgreich waren", freut sich der Senior-Chef des Tischtennis-Ausstatters Tibhar. Neben dem Pokalsieg wurde der FCS in der letzten Saison Vizemeister und verpasste das Endspiel in der Champions League nur um Haaresbreite.

Auch an die im deutschen Tischtennis konkurrenzlose Wirtschaftskraft Düsseldorfs mit ihrem Superstar und Weltranglisten-Fünften Timo Boll kann der FCS nicht heranreichen. Dennoch schaffte er im Heimspiel der Vorsaison einen beeindruckenden 3:0-Sieg gegen die Rheinländer, auch wenn die Saarländer im späteren Endspiel um die Meisterschaft die Vorherrschaft der Borussia nicht brechen konnten. "Die treten hier nicht an, um zu verlieren. Grundsätzlich ist Düsseldorf stärker als wir. Das heißt aber nicht, dass wir keine Überraschung schaffen können", gibt sich Berg kämpferisch.

Dass sein Verein, der sich erst im Frühjahr 2011 aus der vorherigen Tischtennis-Abteilung des 1. FC Saarbrücken gegründet hat, so schnell in die nationale und sogar internationale Spitze vorstoßen wird, hätte Berg nicht geglaubt: "Das war alles nicht vorherzusehen. Vorher hat uns doch niemand für ernst genommen. Aber seit Bastian Steger hier ist, spielt er so erfolgreich wie nie, ist zweimal deutscher Meister geworden. Und auch Joao Monteiro und Bojan Tokic haben sich enorm gesteigert. Ich bin stolz wie sonstwas auf dieses Team."Foto: ruppenthal

"Orenburg und Düsseldorf sind die zwei stärksten Teams in Europa. Aber direkt danach kommen schon wir."

Erwin Berg, sportlicher Leiter des FCS

Hintergrund

In der Champions League spielt der 1. FC Saarbrücken in der Gruppe A um die Qualifikation für das Viertelfinale - zwei von drei Teams kommen weiter. Topfavorit Orenburg hat seine drei Spiele bisher gewonnen und steht vorzeitig in der Runde der letzten Acht. Siegt der FCS heute in Russland, hat auch er das Viertelfinale erreicht. Verliert er, wird es gegen den anderen Gruppengegner GV Hennebont am 21. Dezember in Saarbrücken ein Endspiel geben. Im Hinspiel gegen Orenburg unterlag der FCS 2:3, in Hennebont siegte er 3:0.

In der Bundesliga rangiert der 1. FC Saarbrücken vor dem letzten Hinrundenspiel am Sonntag gegen Spitzenreiter Borussia Düsseldorf (12:2 Punkte) auf Platz zwei (10:4). Dabei war der FCS mit zwei 2:3-Niederlagen in Ochsenhausen und gegen Frickenhauen in die Runde gestartet, hat danach aber fünf Siege in Folge eingefahren. Saisonziel ist eine Platzierung unter den ersten Vier. Sie bedeutet die Playoff-Teilnahme und die Qualifikation für die Champions League. red