Duell um Platz zwei

An RB Leipzig scheiden sich weiter die Geister. Der von Red Bull finanzierte Verein ist bei Fans von Traditionsvereinen nicht gerne gesehen – auch bei den Roten Teufeln des FCK nicht.

Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern kann mit einem Sieg heute Abend (20.15 Uhr, live auf Sport 1) im Auswärtsspiel bei RB Leipzig den zweiten Tabellenplatz übernehmen. Der finanzstarke Aufsteiger aus Sachsen wird für den FCK aber voraussichtlich eine ganz harte Nuss. Leipzig liegt einen Rang vor dem punktgleichen FCK auf Platz vier und hat in dieser Saison zu Hause noch kein Spiel verloren. Kaiserslautern hat auswärts hingegen noch nie gewonnen.

"Leipzig ist eine spielstarke Mannschaft mit sehr gut ausgebildeten Spielern - aber sie sind nicht unschlagbar", sagt FCK-Trainer Kosta Runjaic, der vermutlich erneut auf Stürmer Srdjan Lakic verzichten muss. Den Kapitän plagen noch immer Rückenprobleme. Im Sturmzentrum dürfte also erneut Philipp Hofmann auflaufen. Der 21-jährige traf zuletzt im DFB-Pokal gegen Greuther Fürth doppelt und schoss den FCK damit ins Achtelfinale.

Die Leipziger gehen mit Selbstbewusstsein in das Verfolgerduell. "Wir werden uns nicht wehren, weiter oben zu stehen", sagte Sportdirektor Ralf Rangnick . "Das Duell mit Kaiserslautern wird furchtbar interessant und spannend. Die Mannschaft spielt ähnlich wie wir - positiv eklig, aggressiv gegen Ball und schnell nach vorn", sagte Leipzigs Trainer Alexander Zorniger.

Beim Gegner aus Kaiserslautern sorgte im Vorfeld der Fanboykott der eigenen Anhängerschaft für Gesprächsstoff. Aus Protest gegen den Geldgeber der ambitionierten Leipziger verzichtete der Großteil der Gästefans auf die Auswärtsfahrt. Nur 626 Karten verkauften die "Roten Teufel" für das Duell. "Natürlich ist es jedem Fan selbst überlassen, ob er hinfährt oder nicht. Aus sportlicher Sicht freuen wir uns natürlich immer über jede Unterstützung", sagte FCK-Trainer Kosta Runjaic: "Wir werden alle Nebengeräusche ausblenden und uns nur aufs Sportliche konzentrieren. Ein Sieg in Leipzig schmeckt mir definitiv besser als Red Bull ." Aus sportlicher Sicht gab es für die Entwicklung der Leipziger viel Lob. "Wir respektieren die Leistung von Leipzig , sie sind gut aufgestellt und haben ihre Strategie", sagte Sportdirektor Markus Schupp. Heute Abend kämpft Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern bei RB Leipzig um drei Punkte. Einen vermutlich viel wichtigeren Sieg an anderer Stelle hat der Verein Ende vergangener Woche verbuchen können. Die Kommission der Europäischen Union hat bestätigt, dass das neue Pachtmodell des FCK für das Fritz-Walter-Stadion mit dem EU-Beihilferecht vereinbar ist. Das gab der Verein in einer Pressemitteilung bekannt.

Konkret bedeutet das: Die Pacht, die der Verein für das Stadion zahlen muss, ist zukünftig von der Liga abhängig. Solange der FCK in Liga zwei spielt, zahlt er - rückwirkend zum 1. Juli 2014 - statt bislang 3,2 Millionen Euro nur noch 2,4 Millionen Euro . Im Falle eines Aufstiegs in die 1. Liga würde sich die Pacht auf 3,6 Millionen Euro plus erfolgsabhängige Zusatzzahlungen erhöhen. "Die flexible Stadionpacht ist absolut marktkonform und entspricht dem, was auch andere Vereine vergleichbarer Größe bezahlen", sagte FCK-Finanzvorstand Fritz Grünewalt.

Neben dem Pachtmodell habe die EU-Kommission auch dem vom FCK geplanten Rückkauf des Trainingsleistungszentrums am Fröhnerhof von der Stadt für 2,6 Millionen Euro zugestimmt, erklärte der Verein. Im März diesen Jahres hatte der Bund der Steuerzahler Rheinland Pfalz unter anderem in diesen zwei Fällen Verschwendung von Steuergeldern bemängelt. Die neue Pacht sei zu niedrig, und der Fröhnerhof sei 2003 für sechs Millionen Euro an die Stadt verkauft worden, hatte der Bund moniert. Daraufhin nahm die EU-Kommission die Prüfung auf. Stefan Kuntz , Vorstandsvorsitzender des FCK, sagte: "Das ist ein Meilenstein in der Geschichte unseres Vereins."