| 21:09 Uhr

Fußball-WM 2018
Duell Serbien-Schweiz ist politisch aufgeladen

Kaliningrad. Eigentlich ist der Post von Xherdan Shaqiri auf Instagram bereits einen Monat alt. Doch richtig hohe Wellen schlägt das Foto, das der Mittelfeldstar der Schweizer Nationalmannschaft dort am 23. Mai veröffentlich hat, erst jetzt.

Es zeigt zwei Fußball-Schuhe, den einen mit der Schweizer und den anderen mit der kosovarischen Flagge. Und genau das macht das Bild vor dem heutigen WM-Spiel der Schweiz gegen Serbien in Kaliningrad (20 Uhr/ZDF) so brisant. Denn in Serbien werten sie Shaqiris Aktion als grobe Provokation.


In Internetforen und den sozialen Netzwerken fliegen die Giftpfeile hin und her. Vor allem in Albanien und im Kosovo schlägt die Partie hohe Wellen. Zwar sind die Albaner gar nicht bei der WM dabei, doch sie bezeichnen die Schweizer gerne als ihre Ersatz-Nati – schließlich stehen mit Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri, Valon Behrami und Blerim Dzemaili gleich vier Spieler mit albanischen Wurzeln im Kader der Eidgenossen.

Politischer Hintergrund der Rivalität: Serbien erkennt das Kosovo mit seiner 90-prozentigen albanischen Bevölkerungsmehrheit nicht als Staat an und will seine frühere Provinz zurückhaben. Am Sonntag versucht die EU wieder eine Vermittlung in Brüssel. Der Kosovo-Krieg 1998/99 hat tiefe Wunden hinterlassen. Viele Kosovo-Albaner flüchteten in den Westen, zahlreiche in die Schweiz.



Nach dem 1:0 gegen Costa Rica können die Serben mit einem weiteren Dreier bereits den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen. Die Schweizer dürfen hingegen trotz ihres 1:1-Achtungserfolges gegen Brasilien auf keinen Fall verlieren. Auch an Schiedsrichter Felix Brych (42) aus München sind die Erwartungen hoch. „Einer der besten Schiedsrichter der Welt wurde ausgewählt, um für Gerechtigkeit zu sorgen“, schrieb ein serbisches Portal.