DTL: TG Saar kämpft in Deutscher Turnliga gegen Wetzgau um Finalticket

TG Saar kämpft um Finalticket : Ein Turn-Krimi der Extraklasse

Die TG Saar will an diesem Samstagabend beim Bundesliga-Heimkampf gegen Wetzgau das Ticket für das Titel-Finale lösen.

„Duell der Superlative. Tabellenzweiter gegen Tabellendritter. Weltmeister gegen Vize-Weltmeister. Dauser gegen Toba.“ Wenn Thorsten Michels an den Heimkampf der TG Saar gegen den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau denkt, gerät er ins Schwärmen.

„Wer die wenigsten Fehler macht, gewinnt das Ding. Die Zuschauer erwartet ein Turn-Krimi auf Augenhöhe“, sprudelt es aus dem TG-Vorsitzenden nur so heraus. Das Spitzen-Trio der WM in Stuttgart wird an diesem Samstag ab 18 Uhr in der Kreissporthalle Dillingen sein Weltklasse-Niveau zeigen.

Im sechsten Wettkampf der Deutschen Turnliga (DTL) geht es um viel. Für die TG Saar kämpft Dreifach-Weltmeister Nikita Nagornyy (Team, Mehrkampf, Sprung) um das Final-Ticket. Sein Dreifach-Salto rückwärts ist das derzeit wohl spektakulärste Element am Boden. Teamkollege Oleg Wernjajew zeigt am Barren seine Kür, die dem WM-Mehrkampf-Dritten 2016 in Rio den Olympiasieg bescherte.

Star der Gäste ist der WM-Mehrkampf-Zweite Artur Dalalojan. Kurz nach den knapp verlorenen WM-Finals gegen Nagornyy (Mehrkampf und Sprung) könnte sich der Russe beim Landsmann revanchieren. „Hero de Janeiro“ Andreas Toba (turnte 2016 bei Olympia trotz Kreuzbandriss weiter) startet für Wetzgau an allen Geräten. Bei der WM gelang dem deutschen Meister im Mehrkampf mit TG-Saar-Athlet Lukas Dauser im Nationalteam die Qualifikation für die Spiele 2020 in Tokio.

Am Samstag sind die besten deutschen Turner Rivalen – und heiß auf das DTL-Goldfinale am Samstag, 30. November, in Ludwigsburg. Während der TG Saar (10:0 Punkte) am vorletzten Wettkampftag der DTL ein Remis reicht, muss Wetzgau (6:4 Punkte) gewinnen, um die minimale Chance zu wahren. Die 33:47-Heimschlappe gegen Tabellenführer KTV Straubenhardt dämpfte zuletzt die Hoffnungen.

Für die TG Saar lief beim Aufsteiger TuS Vinnhorst (56:24) auch nicht alles rund. „Wenn wir so oft stürzen wie dort, reicht das diesmal nicht“, sagt Eugen Spiridonov. Seine Jungs hätten die Fehler aber analysiert und korrigiert. Zwar nicht unter seiner Regie in der Turnhalle der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule, aber die Trainings-Videos von Felix Remuta, Dauser, Nagornyy und Wernjajew stimmen den TG-Trainer optimistisch. „Die Übungen sitzen. Wenn wir am Samstag von Beginn an Gas geben und Druck aufbauen, gewinnen wir“, prophezeit der 36-jährige Altmeister, der am Boden und am Reck turnen will.

Teamkollege Dauser muss öfter ran. Aktuell führt der 26-jährige Sportsoldat die Top-Scorer-Tabelle der DTL (54 Punkte) an. Dass er nach großem Verletzungspech fast wieder der Alte ist, zeigte der verblüffende Einzug ins WM-Barrenfinale.

Remuta war in Stuttgart nur Ersatzmann. Für die TG Saar turnt der 21 Jahre alte Bayer am Samstag Ringe, Barren und Reck. „Die Vorbereitung mit der Nationalmannschaft hat mir viel gebracht. Es war gut für die allgemeine Fitness“, verrät der deutsche Meister am Sprung. Bitter: Wegen einer Fußverletzung muss Remuta am Paradegerät pausieren. Seine Punkte fehlen der TG Saar enorm, wie die 0:9-Klatsche gegen Vinnhorst am früheren Top-Gerät zeigte.

Ärgerliche Patzer und Stürze dürfe es „im wichtigsten Wettkampf der Saison“ nicht geben, warnt Thorsten Michels, aber er hat ein gutes Gefühl: „Die Jungs sind heiß auf dieses Treffen der Welt-Elite. Ein Sieg vor eigenen Fans, und wir kämpfen Ende November um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Diese Chance wollen wir nutzen.“

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