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Dritte Plätze sind was für Männer

Dritte Plätze sind was für Männer

Mexiko-Stadt. Dass man sich um die Zukunft des deutschen Fußballs keine Sorgen machen muss, hat die U17-Nationalmannschaft in den vergangenen drei Wochen bei der Weltmeisterschaft in Mexiko eindrucksvoll bewiesen

Mexiko-Stadt. Dass man sich um die Zukunft des deutschen Fußballs keine Sorgen machen muss, hat die U17-Nationalmannschaft in den vergangenen drei Wochen bei der Weltmeisterschaft in Mexiko eindrucksvoll bewiesen. Mit einem sensationellen 4:3-Sieg gegen Brasilien und dem damit verbundenen dritten Platz haben die 16 und 17 Jahre alten Nachwuchsspieler am Sonntagabend ein überaus erfolgreiches Turnier beendet. "Respekt und Anerkennung für die Leistung meiner Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft", fasste Trainer Steffen Freund sichtlich stolz die Endrunde zusammen.

Torgefährlichste Mannschaft

Die deutsche Multikulti-Truppe hatte sich der Welt wahrlich eindrucksvoll präsentiert und besonders in der Offensive ein Feuerwerk entzündet: 24 Tore erzielte die Mannschaft in sieben Partien. Bei sechs Siegen gab es nur im Halbfinale eine 2:3-Niederlage in letzter Sekunde gegen Gastgeber Mexiko, der sich im Finale mit einem 2:0 gegen Uruguay in der Nacht zum Montag schließlich auch den WM-Titel sicherte.

Das Spiel um Platz drei im mit etwa 80 000 Zuschauern sehr gut besuchten Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gegen Brasilien war ein Spiegelbild des Turniers. "Die Mannschaft hat wieder einmal bewiesen, welch großer Teamgeist in ihr steckt", sagte der Europameister von 1996, Steffen Freund. Nachdem seine Auswahl bereits mit 1:3 hinten lag, folgte ein unglaublicher Kraftakt zum letztendlich verdienten Sieg.

Besonders die Art und Weise, wie diese deutsche Mannschaft Fußball zelebriert, lässt jeden Zuschauer ins Schwärmen geraten: Tempofußball auf technisch höchstem Niveau, Kabinettstückchen, die selbst die Brasilianer beeindruckt haben dürften und eine fast schon unverschämte Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zeichnen sie aus.

Wie schon so oft im Turnier-Verlauf spielten sich dabei erneut vor allem Samed Yesil und Okan Aydin von Bayer Leverkusen sowie Levent Aycicek von Werder Bremen in den Mittelpunkt. Die Hälfte der 24 deutschen Turnier-Treffer erzielte dieses Trio - im Spiel um Platz drei waren es drei: Nach der Führung durch Aydin (20. Minute) schlugen die Südamerikaner durch Wellington (22.) und zwei Mal Adryan (29. und 33.) zurück. Doch Koray Günter von Borussia Dortmund (45.) sowie Aycicek (55.) und erneut Aydin (63.) drehten die Partie für die deutsche Elf. Es war das glückliche Ende eines überragenden Turniers für den deutschen Nachwuchs, aus dem Trainer Freund keinen hervorheben wollte. dapd

Mexiko hat sich am Sonntag den Titel bei der U17-Weltmeisterschaft gesichert. Die Gastgeber des Turniers besiegten im Finale Uruguay mit 2:0. Den Sieg fixierten Antonio Briseno in der 31. und Giovani Casillas in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte.