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Leichtathletik: Dreikampf um eine finnische Insel

Leichtathletik : Dreikampf um eine finnische Insel

Die Speerwerfer Vetter, Röhler und Hofmann kämpfen heute in Turku um eine ganz besondere Prämie.

Johannes Vetter traute seinen Ohren nicht. „Ist das wirklich wahr? Eine Insel? Wie verrückt“, sagte der Speerwurf-Weltmeister, nachdem er von der Prämie beim Meeting in Turku heute Abend gehört hatte. Auch Olympiasieger Thomas Röhler fragte lieber noch einmal genau nach: „Die Verbindung war nicht perfekt.“ Aber es stimmt.

Den deutschen Speerwurf-Assen Vetter, Röhler und Andreas Hofmann, dem Sieger des Pfingstsportfestes in Rehlingen, winkt bei den Paavo-Nurmi-Games im Süden Finnlands tatsächlich eine Insel – eine kleine, aber immerhin. Das Eiland gehört zu dem 20 000 kleine Inseln umfassenden Turku-Archipel. Röhler hofft, dass sie „groß genug ist, damit darauf eine Sauna passt“. Doch die Sache hat einen Haken: Um die Insel zu gewinnen, müssen sie weiter werfen als 93,09 Meter. Dort steht seit 1999 der finnische Rekord von Aki Parviainen.

93,09 Meter – das ist selbst für Extraklasse-Werfer wie Röhler, Vetter und Hofmann keine Leichtigkeit. Nur drei Männer haben in der Geschichte mit dem neuen Speer überhaupt weiter geworfen, neben dem deutschen Duo Vetter und Röhler war das Weltrekordler Jan Zelezny (98,48) aus Tschechien. Sowohl Röhler (93,90) als auch Vetter mit seinem deutschen Rekord von 94,44 Metern hatten in der Vorsaison neue Bestleistungen aufgestellt, in diesem Jahr ging es bisher noch nicht ganz so weit.

Wenn das deutsche Trio antritt, fliegen die Speere mittlerweile eigentlich immer über die magische Marke von 90 Meter. „Das scheint für viele fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden zu sein“, sagte Röhler: „Aber das ist es keinesfalls.“ Auch die Insel wechselt nicht automatisch ihren Besitzer. „Wir reden hier über den finnischen Rekord, er ist weiterhin eine Traumweite, wenn auch seit vergangenem Jahr in Reichweite“, sagte der 26-Jährige.

Röhler, Vetter und Hofmann – die Leistungsdichte der deutschen Speerwerfer ist beängstigend. Sie sind derzeit die Nummer eins (Vetter/92,70), zwei (Hofmann/92,06) und drei (Röhler/91,78) der Welt. Tschechiens Vizeweltmeister Jakub Vadlejch hat über drei Meter Rückstand auf das Trio, das nach Turku vor allem auch bei der Heim-EM in Berlin im August rocken will. Und auf dem Weg dahin belebt Konkurrenz das Geschäft. „Jeder ist schlagbar“, sagte Hofmann zuletzt. Und meinte damit wohl vor allem Röhler und Vetter. Auch er will die Insel.