Handball-Oberliga Die Handball-Oberligisten greifen an

Diefflen/Dillingen/Eppelborn/Völklingen · Erneut gehen drei saarländische Mannschaften in der Handball-Oberliga an den Start. Doch haben sich die Kräfteverhältnisse zwischen den Handballfreunden Illtal und der HSG Völklingen verschoben? Und wie schlägt sich Aufsteiger HC Dillingen/Diefflen?

 Marcus Simowski ist nun Trainer bei den HF Illtal. Dort leitet er einen Umbruch ein.

Marcus Simowski ist nun Trainer bei den HF Illtal. Dort leitet er einen Umbruch ein.

Foto: Christian Wulf

Die saarländischen Vertreter in der Handball-Oberliga heißen HC Dillingen/Diefflen, HF Illtal und HSG Völklingen. Die neue Saison verspricht Spannung – und vielleicht die ein oder andere Überraschung. „Das wird ein ganz offenes Ding. Ich denke, dass die Oberliga sehr ausgeglichen sein wird“, schätzt Stefan Hoff. Der sportliche Leiter der HSG Völklingen trifft damit den Tenor der meisten Vereins- und Mannschaftsvertreter. Auch in den vergangenen Jahren bestimmte ein breites Mittelfeld die Liga, die sich aus Vertretern der Verbände Pfalz, Rheinhessen, Rheinland und Saar zusammensetzt. Im Südwesten nichts Neues, könnte man meinen. Doch ganz so einfach ist die Rechnung nicht. Denn bei den saarländischen Vertretern hat sich einiges getan. Und das verspricht Spannung. „Wir hatten in den letzten Jahren immer einen sehr großen Umbruch, wo wir fünf oder mehr Spieler in die Mannschaft einbauen mussten. Das war dieses Jahr nicht so“, berichtet Hoff. Lediglich Christian Jung (HSG Fraulautern-Überherrn) und Andrej Kessler (TV Losheim) haben die HSG verlassen. Neu dabei sind neben Trainer Claude Dolic (38), der Völklingen bereits als Aktiver kennenlernte, nur Mohamed Ijmik (26) und Gilles Ehrmann (31). Zwei „Glücksgriffe“ für die Mannschaft, wie der sportliche Leiter betont. Ijmik kommt vom AS Folschviller für die Rechtsaußen-Position. Ehrmann (US Forbach) soll als Spielgestalter und Denker seine Erfahrung auf die Platte bringen. „Die Vorbereitung lief durchwachsen. Wir hatten gefühlt nicht einmal die komplette Mannschaft zur Verfügung. Aber grundsätzlich bin ich sehr zufrieden, weil das ‚System Dolic‘ verstanden und auch übernommen worden ist“, analysiert Hoff und erörtert: „Wir kommen viel über Kampf, über ein breites Spiel und viele Positionen. Ich schätze, dass wir dieses Jahr einen Mittelfeldplatz erreichen können.“

Außer Reichweite seien voraussichtlich Mannschaften wie Drittliga-Absteiger VTZ Saarpfalz, die, wenn sie verletzungsfrei durch die Saison kommen, aufgrund ihrer starken ersten Sieben wohl wieder einen Spitzenplatz anvisieren dürfte. Dahinter tummeln sich wohl die üblichen Verdächtigen: SV 64 Zweibrücken, SG Saulheim, SF Budenheim.

Und die HF Illtal? Beim dreifachen Vize-Meister der vergangenen Jahre stand in der Sommerpause ein größerer Umbau an. Patrick Bach, Alexander Dörr (beide VTZ Saarpfalz), Tom Ihl, Tobias Alt (beide SV 64 Zweibrücken), Sebastian Hoffmann und Oliver Zeitz (beide HSG Nordsaar) haben den Verein verlassen. Neu dabei ist neben Muhamet Durmishi, Tobias Krumm (beide TV Homburg), David Pfiffer, Dominik Schwindling (HSV Merzig/Hilbringen), Tim Groß und Yannik Jungblut (2. Mannschaft) auch der Trainer. Und der ist trotz der historisch gewachsenen, hohen Ansprüche mehr als positiv gestimmt. „Ich hab die Jungs erstmal kennenlernen müssen. Aber ich bin begeistert. Es macht unwahrscheinlich Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Ich muss sagen, dass ich fast noch nie eine Mannschaft erlebt habe mit so einer Selbstdisziplin“, schwärmt Marcus Simowski, der auf Steffen Ecker (TuS Dansenberg) folgte. Trotz des Ausfalls von Niklas Kiefer (Knie-Operation, fehlt voraussichtlich bis zum Jahresende) ist der erfahrene Übungsleiter optimistisch: „Das sind zwar drei Positionen, die zu füllen sind. In der Abwehr zentral, Im Angriff auf der Mitte und auf halb. Aber der Tenor war: Das kompensieren wir.“ Auch Torhüter Robin Näckel ist vergangenen Donnerstag wieder von seinem Auslandssemester zurückgekehrt. Simowski: „Wir werden über die Mannschaft kommen und unseren Weg gehen. Das hat sich über die Vorbereitung gezeigt.“

Bleibt noch der HC Dillingen/Diefflen, der eine große Aufgabe vor sich haben wird. „Jede Mannschaft hat eine brutale Außen-Achse und kann 50 Minuten am Limit spielen. Es werden viel weniger technische Fehler gemacht als in der Saarlandliga. Die Spieler sind taktisch anders eingestellt. Und natürlich gibt es den Überhang an ehemaligen Profisportlern“, fasst Meister- und Aufstiegstrainer Thomas Schlink die Herausforderung Oberliga zusammen. Und damit nicht genug. Aufgrund der Relegationsspiele, die der HCDD bestreiten musste, um sich für die vierte Liga zu qualifizieren, fiel die Vorbereitung deutlich kürzer aus. „Wir haben fünf, sechs Wochen später angefangen. Die Pause habe ich den Spielern und auch mir persönlich gegönnt. Die Vorbereitung war kurz und intensiv.“ Dennoch sei die Mannschaft sowohl taktisch als auch körperlich auf einem guten Stand. Auch die Neuzugänge Marvin Klein (Rückraum, HG Saarlouis), Sven-Malte Hoffmann (Co-Trainer und Rechtsaußen, SGH St. Ingbert) und Michael Gornas (Rückraum, 2. Mannschaft) seien angekommen. Schlink: „Wir sind in der Vorbereitung in ein kleines Loch gefallen und sind jetzt auf dem Weg nach draußen. Für viele sind wir Absteiger Nummer eins. Und das sollte Motivation sein. Wir sind sehr gut aufgestellt, um die Klasse zu halten. Die Jungs haben richtig Bock. Und von mir aus könnte es schon morgen losgehen.“

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