Drei Medaillen bei der Straßenrad-EM für Lisa Klein aus Völklingen

Straßenrad-EM in Alkmaar : Lisa Klein überragt mit drei Medaillen

Radrennfahrerin aus Völklingen gewinnt zum Abschluss der EM Bronze im Straßenrennen. Ackermann Dritter bei den Männern.

Drei Rennen, drei Medaillen – für Lisa Klein aus Völklingen-Lauterbach sind die Straßenrad-Europameisterschaften im niederländischen Alkmaar perfekt verlaufen. Nach der Silbermedaille mit der deutschen Staffel und Platz zwei im Zeitfahren gewann die 23-jährige Saarländerin im Straßenrennen am Samstag nach 115 Kilometern im Sprint dreier Ausreißerinnen den dritten Platz und holte Bronze. Gold sicherte sich die Niederländerin Amy Pieters, die vor der Italienerin Elena Cecchini und Klein souverän gewann.

„Ich bin super happy mit der Bronzemedaille, ich kann das noch gar nicht glauben“, sagte Klein: „Das war ein langer Weg, ich hätte nicht gedacht, dass es reicht und bin super glücklich, dass ich das so lange durchgehalten habe.“ Zusammen mit Pieters und Cecchini war Klein in der zweiten von zehn Runden aus dem Feld ausgerissen. Das Trio arbeitete gut zusammen und vergrößerte seinen Vorsprung auf das Hauptfeld stetig bis auf mehr als zwei Minuten. Dass die drei das Feld auf Distanz hielten, lag auch an den übrigen deutschen Fahrerinnen, die alle Gegenattacken vereiteln konnten. Lisa Brennauer, Charlotte Becker, Romy Kasper, Mieke Kröger und Trixi Worrack hielten Klein den Rücken frei, kontrollierten das Feld und bekamen dafür ein Extralob vom Bundestrainer. „Das war heute eine Teamleistung nach dem Lehrbuch“, sagte André Korff.

Das EM-Rennen war von starken Windböen begleitet. „Im Finale hatte ich nichts mehr übrig“, erzählte Klein: „Ich wusste, dass Amy die Schnellste ist, habe mich leider nicht ganz so gut positioniert, als es ein letztes Mal über die Brücke ging. Aber was soll’s, ich werde aus solchen Situationen für die Zukunft lernen und freue mich jetzt erst einmal über den Erfolg heute.“

Tags darauf stand Pascal Ackermann auf dem Podest und winkte mit seinem Blumenstrauß in Richtung Publikum. Dass beim Straßenrennen der Europameisterschaften anschließend die italienische und nicht die deutsche Hymne erklang, hatte der Sprinter schnell verkraftet. Die Bronzemedaille nach hart umkämpften 172,6 Kilometern in Alkmaar war für Ackermann mehr als nur ein Trost, obwohl er sich erst auf den letzten Kilometern in einer Dreiergruppe dem neuen Europameister Elia Viviani und dem Belgier Yves Lampaert geschlagen geben musste.

Beim hektischen Straßenrennen der Radprofis hatten das italienische und das deutsche Team das Feld früh gesprengt, sodass sich eine 13-köpfige Gruppe absetzen konnte. „Das war eine ganz andere Taktik, als wir uns das vorgenommen haben. Wir wollten das Rennen hart gestalten“, sagte Sieger Viviani, der gemeinsam mit Lampaert etwa zwei Kilometer vor dem Ziel antrat und Rivale Ackermann so keine Chance ließ. „Das ist atemberaubend“, jubelte der 30 Jahre alte Italiener: „Ich mag solche Meisterschaften.“

Für den Bund Deutscher Radfahrer bedeutete der Ausreiß-Coup von Ackermann die sechste Medaille bei den Titelkämpfen von Alkmaar. Der BDR hatte beim Straßenrennen alles auf den Sprinter ausgerichtet und dem 25 Jahre alten Pfälzer mehrere Helfer seines Teams Bora-hansgrohe zur Seite gestellt. Das zahlte sich aus. Gegen die überragenden Italiener reichte es aber nicht.

Mehr von Saarbrücker Zeitung