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Trotz Milliarden-Investitionen
Draxler ist sauer auf seinen Trainer

Paris. Nach dem Achtelfinal-Aus gegen Real Madrid ist die Stimmung bei PSG am Boden.

Tief in den Katakomben des Prinzenparks versuchte Clubchef Nasser Al-Khelaifi gerade, das erneute Scheitern seines Milliarden-Projekts irgendwie zu erklären, da legte Fußball-Weltmeister Julian Draxler den Finger ganz tief in die Wunde. „Das war viel, viel zu wenig“, sagte der frustrierte 24-Jährige nach der Champions-League-Pleite von Paris St. Germain: „Es ist schwer zu akzeptieren, dass wir so sang- und klanglos ausgeschieden sind. Wenn wir so ein Spiel abliefern, kann man Real Madrid nicht ausschalten.“


Mehr noch war das 1:2 (0:0) im Achtelfinal-Rückspiel (Hinspiel: 1:3) am Dienstagabend eine Lehrstunde für den mit Öl-Millionen aufgepumpten Scheich-Klub. „Jeder im Stadion hat gespürt, dass das Spiel nicht mehr kippen wird, weil die Intensität von uns einfach nicht da war“, sagte Draxler: „Am Ende hat Real Madrid das Ding so was von souverän runtergespielt, dass die nicht mal im Ansatz nervös waren.“

Er kritisierte auch PSG-Trainer Unai Emery. Der Offensivspieler zeigte kein Verständnis, dass sich seine geplante Einwechslung durch den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer von Teamkollege Edin­son Cavani verzögert hatte. Er sei überrascht und auch ein bisschen sauer gewesen, sagte Draxler im ZDF. Erst in der 76. Minute wurde er schließlich eingewechselt.

Wie Al-Khelaifi reagieren wird, ist noch offen. Am Dienstag beschwichtigte der Katarer, Chef der milliardenschweren Investmentfirma Qatar Sports, die den Club 2011 gekauft hatte, Paris sei ja „nicht gegen irgendjemanden“ ausgeschieden, er glaube „weiterhin an das Projekt und seine Spieler“. Der umstrittene Emery muss dennoch schwer um seinen Job zittern. Denn trotz 180 Millionen Euro für Kylian Mbappé und 222 Millionen für den aktuell verletzten Neymar war international wieder früh Schluss.