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Doppelter Blick nach London

Doppelter Blick nach London

Saarbrücken. Hoher Besuch hatte sich am Dienstag an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule angekündigt. Einen Monat nach seiner Wahl zum neuen Präsidenten der Deutschen Triathlon-Union (DTU) machte Reinhold Hemker dem Olympiastützpunkt Saarbrücken seine Aufwartung, um mit dem Präsidium die Ziele des Verbands vorzustellen

Saarbrücken. Hoher Besuch hatte sich am Dienstag an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule angekündigt. Einen Monat nach seiner Wahl zum neuen Präsidenten der Deutschen Triathlon-Union (DTU) machte Reinhold Hemker dem Olympiastützpunkt Saarbrücken seine Aufwartung, um mit dem Präsidium die Ziele des Verbands vorzustellen. Von den Topathleten der DTU war immerhin Anja Dittmer anwesend. Während die anderen Stars derzeit im Trainingslager in Südafrika die Grundlagen für 2011 legen, blieb Dittmer in Saarbrücken, um an ihrer Schwimmtechnik zu feilen.

"Der Besuch von Reinhold Hemker hier am Olympiastützpunkt ist sehr wichtig, er setzt hiermit ein Zeichen", sagte Gerd Meyer, Präsident des Landessportverbandes für das Saarland. Angesichts der Ziele, die sich die DTU zum Programm gemacht hat, ist dies auch notwendig. "Der Fokus", sagte Hemker, "liegt nicht nur auf Olympia 2012, sondern auch auf der Jugendarbeit".

Hier gibt es zwei Ansätze: Ein großes Ziel für die Zukunft ist der Ausbau der Bundesnachwuchsstützpunkte von zwei - in Neubrandenburg und Potsdam - auf vier. Im Gespräch sind Freiburg und Essen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit zwischen Landesverbänden und Schulen weiter gefördert werden, um optimale Entwicklungsmöglichkeiten zu gewährleisten - so, wie es am Sportgymnasium am Saarbrücker Rotenbühl der Fall ist.

Mit der Aufnahme der Sportart in die Bewegung "Jugend trainiert für Olympia" sieht Bernd Zimmer, Präsident der Saarländischen Triathlon-Union, Chancen. "Die Akzeptanz in Schulen, bei Eltern und somit auch in der Gesellschaft ist gewachsen", sagte Zimmer: "Triathlon ist heute nicht mehr nur der Ironman auf Hawaii, nicht mehr nur etwas für Verrückte, die 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dann noch einen Marathon laufen." Der Imagegewinn, den Triathlon seit seiner olympischen Premiere auf der Kurzdistanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen) in Sydney 2000 erfahren hat, macht sich also bezahlt.

DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel stellte eine kleine Strukturreform vor. Die DTU hat ihre Spitzensportler intern neu aufgeteilt - in den Elitekader und in die U25 statt der U23. Um die U25 kümmert sich Trainer Wolfram Bott, die Elite um Olympiasieger Jan Frodeno und Vize-Weltmeister Steffen Justus wird weiter von Bundestrainer Roland Knoll betreut. "Wir wollen die Jungen nicht verheizen und müssen auch schon in Richtung Olympia 2016 blicken", sagte Thiel.

Trotzdem stehen die Olympischen Spiele 2012 in London im Zentrum des kommenden Jahres. Die DTU hofft auf je drei Startplätze bei Männern und Frauen. Der Qualifikationsmodus ist noch nicht mit dem Deutschen Olympischen Sportbund abgesegnet, wird aber wohl so aussehen: Beim WM-Rennen in London im August, das auf der Olympiastrecke stattfinden wird, können zwei Athleten ihr Ticket lösen, wenn sie sich unter den besten Zehn platzieren. Eine zweite Chance zur Qualifikation gibt es sechs Wochen später beim WM-Lauf in Peking. "Die Platzierung in der WM-Gesamtwertung wird keine Rolle spielen", sagte Thiel und erklärte warum: "Olympia ist ein Eintages-Ereignis, ein einziges Rennen - da sind besondere Qualitäten gefragt." Qualitäten, so wie sie Jan Frodeno 2008 bei seinem Sieg in Peking gezeigt hatte.