Doppelspitze Veh/Hoeneß: Entlastung oder Entmachtung?

Wolfsburg. Ein Strategiewechsel soll den deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg zurück in die Erfolgsspur bringen. Die Verpflichtung von Dieter Hoeneß als Vorsitzender der Geschäftsführung bedeutet auch die Abkehr vom "Modell Felix Magath", der als Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer in Personalunion den Werksclub zum Titel geführt hat

Wolfsburg. Ein Strategiewechsel soll den deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg zurück in die Erfolgsspur bringen. Die Verpflichtung von Dieter Hoeneß als Vorsitzender der Geschäftsführung bedeutet auch die Abkehr vom "Modell Felix Magath", der als Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer in Personalunion den Werksclub zum Titel geführt hat. Die neue Konstellation soll nach den Vorstellungen von Geldgeber VW eine Entlastung für Trainer Armin Veh bewirken, der sich nun stärker als bisher auf seine Tätigkeit konzentrieren kann.

"Vom Typus her kann das eine tolle Doppelspitze werden", urteilte der bisherige VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach über das neue Duo Veh/Hoeneß. "Sie werden sich perfekt ergänzen." Marbach wird am 15. Januar seinen Stuhl räumen, wenn der frühere Hertha-Manager seine dritte Bundesliga-Dienststelle nach Stuttgart und Berlin antritt. "Für mich wären nur wenig spannende Themen übrig geblieben", sagte Marbach zu seinem Rückzug. Er war seit Juli 2008 für Marketing, Organisation und das Stadion verantwortlich.

Veh hatte sich bis zuletzt gegen einen Sportdirektor ausgesprochen. Mit den Sätzen "Dann hätte ich ja total die Hosen unten. Das geht doch nicht, das muss doch jedem klar sein" irritierte er am vergangenen Donnerstag die mächtigen VW-Bosse um Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz. Nach einem langen Telefonat mit dem jüngeren der Hoeneß-Brüder vollzog Veh eine Kehrtwende. "Wir haben über unsere Zusammenarbeit gesprochen. Und ich kann sagen, dass ich überzeugt bin, dass sie zum Wohle des VfL sein wird", teilte er aus dem Urlaub mit. Urlauber Hoeneß haute aus Kitzbühel in die gleiche Kerbe. "Wir haben große Ambitionen."

Ob und wie lange die neue VfL-Doppelspitze funktioniert, hängt vom sportlichen Erfolg der Mannschaft ab. Hoeneß, der einen Dreijahresvertrag erhielt, möchte die Wolfsburger dauerhaft in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga etablieren. Das dürfte nach Platz acht in der Hinrunde und dem vorzeitigen Aus in DFB-Pokal und Champions League schwer genug werden. Immerhin hat der VfL den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League geschafft. dpa

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