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Doping-Kronzeugen haben noch viel mehr Beweise

Doping-Kronzeugen haben noch viel mehr Beweise

Doping-Kronzeugin Julia Stepanowa ist erstaunt darüber, dass weder der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) noch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) nach den Enthüllungen von ihr und ihrem Ehemann Kontakt zu ihnen aufgenommen haben. "Wir hoffen, dass sich nun jemand von der IAAF oder der Wada bei uns meldet, um das gesamte Material anzusehen", sagte die ehemalige 800-Meter-Weltklasseläuferin aus Russland der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Belege für weitreichende Doping-Praktiken im russischen Spitzensport hatten sie und ihr Mann Witali in der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping " öffentlich gemacht. "Der russische Verband will uns verklagen. Aber wir haben Beweise", erklärte Julia Stepanowa: "Viel mehr, als das deutsche Fernsehen zeigen konnte. Man kann ja nicht 60 Minuten ununterbrochen Beweise zeigen." In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" berichtet Witali Stepanow, der früher bei der Anti-Doping-Agentur Russlands (Rusada) angestellt war, über die dubiose Rolle der Kontrolleure in seinem Heimatland. Auffällige Doping-Proben von prominenten russischen Top-Sportlern sollen vertuscht worden sein. "Rusada nannte Namen, und wenn ein guter darunter war, wurde der Fall niemals publiziert", sagte Stepanow.

Doping-Kronzeugin Julia Stepanowa ist erstaunt darüber, dass weder der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) noch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) nach den Enthüllungen von ihr und ihrem Ehemann Kontakt zu ihnen aufgenommen haben. "Wir hoffen, dass sich nun jemand von der IAAF oder der Wada bei uns meldet, um das gesamte Material anzusehen", sagte die ehemalige 800-Meter-Weltklasseläuferin aus Russland der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Belege für weitreichende Doping-Praktiken im russischen Spitzensport hatten sie und ihr Mann Witali in der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping " öffentlich gemacht. "Der russische Verband will uns verklagen. Aber wir haben Beweise", erklärte Julia Stepanowa: "Viel mehr, als das deutsche Fernsehen zeigen konnte. Man kann ja nicht 60 Minuten ununterbrochen Beweise zeigen."

In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" berichtet Witali Stepanow, der früher bei der Anti-Doping-Agentur Russlands (Rusada) angestellt war, über die dubiose Rolle der Kontrolleure in seinem Heimatland. Auffällige Doping-Proben von prominenten russischen Top-Sportlern sollen vertuscht worden sein. "Rusada nannte Namen, und wenn ein guter darunter war, wurde der Fall niemals publiziert", sagte Stepanow.

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am randeBei der Sitzung des Bundestag-Sportausschusses wurde gestern vor allem über den Abschlussbericht der Kommission des Deutschen Olympischen Sportbunds zu den Studien "Doping in Deutschland von 1950 bis heute" und deren Fortsetzung in einem dritten Teil von 1990 bis 2014 debattiert. "Aus meiner Sicht macht es viel Sinn, wenn man diesen Zeitraum gezielt beleuchtet", sagte die Vorsitzende Dagmar Freitag. Im Ausschuss gebe es "die überwiegende Meinung, dass diese Forschung kommen muss und sollte". Die Finanzierung und Aufgabenstellung seien aber ungeklärt. Doch es gebe keine Alternative zur Verfolgung und Sanktionierung von Doping-Vergehen. dpa