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Dietmar Hopp: "Ich lasse mich nicht erpressen"

Die Bildkombo zeigt den Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick (links) und Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp. Sie streiten sich derzeit über die Personalplanungen der TSG für die kommende Saison. Foto: dpa
Die Bildkombo zeigt den Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick (links) und Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp. Sie streiten sich derzeit über die Personalplanungen der TSG für die kommende Saison. Foto: dpa
Wolfsburg. Nach dem 4:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim hat Felix Magath, der Coach des VfL Wolfsburg, den Tabellenführer der Fußball-Bundesliga erstmals öffentlich zum Meisterkandidaten ernannt. "Alle müssen warten, dass wir jetzt ausrutschen. Ansonsten kommt an uns keiner mehr vorbei", sagte er nach dem Tor-Festival, veredelt durch Edin Dzekos Hattrick und Grafites 23. Saisontor

Wolfsburg. Nach dem 4:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim hat Felix Magath, der Coach des VfL Wolfsburg, den Tabellenführer der Fußball-Bundesliga erstmals öffentlich zum Meisterkandidaten ernannt. "Alle müssen warten, dass wir jetzt ausrutschen. Ansonsten kommt an uns keiner mehr vorbei", sagte er nach dem Tor-Festival, veredelt durch Edin Dzekos Hattrick und Grafites 23. Saisontor. Er hat seine Hinhaltetaktik genauso aufgegeben wie sein Arbeitgeber, wenn es um die Personalie Magath geht. Stephan Grühsem, der stellvertretende Vorsitzende des VfL-Aufsichtsrat, kündigte im Zuge der Gerüchte um einen Wechsel Magaths zum FC Schalke ein deutliches "Statement" an. Der VfL, sei, gleich, was als nächstes geschehe, "nicht unvorbereitet". Magath enthielt sich weiterhin jeder substanziellen Stellungnahme zu seinem Verbleib in Niedersachsen. Am Wochenende meldete die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung", Magath sei nach Saisonende frei für einen möglichen Wechsel, sein Vertrag laufe bereits am 30. Juni dieses Jahres aus. Der VfL-Trainer soll eine einseitige Option für eine Verlängerung des Kontraktes zweimal nicht genutzt haben. Die erste Frist lief bis Ende 2008. "Von mir gibt es dazu keinen Kommentar", sagte der VfL-Coach.



Belastbare Kommentare gab es allerdings aus Hoffenheim. 1899-Coach Ralf Rangnick hat nach dem Debakel nämlich mit Abschied gedroht. "Mit Mittelmaß kann ich mich nicht identifizieren. Ich bin nicht bereit, weitere Rückschritte in Kauf zu nehmen", sagte der 50-Jährige, der sechs bis sieben Verstärkungen gefordert haben soll. "Ich lasse mich nicht erpressen. Es ist der falsche Zeitpunkt, wenn der Trainer nach solch einer Vorstellung sein Bleiben in Frage stellt", antwortete Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp. Für Neuzugänge hat er bisher zehn Millionen Euro genehmigt, doch Rangnick reichen diese nicht. Der Etat soll zur neuen Runde von 23 auf nur 26 Millionen Euro aufgestockt werden. Rangnick: "Profis mit Qualität kommen nun mal nicht wegen der guten Landluft nach Hoffenheim." Hopp konterte: "Ich lasse mich durch den Ehrgeiz von anderen nicht zu halsbrecherischen Aktionen verleiten", sagte er.

"Wir sind die schlechteste Rückrundenmannschaft. Wenn es so weitergeht, steigen wir nächste Saison ab. Da können wir doch nicht von einem internationalen Wettbewerb reden", warnte der 69-Jährige. Im Umfeld des Clubs wird bereits Hopp-Freund Jürgen Klinsmann als Nachfolger Rangnicks gehandelt. dpa