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Champions League
Dieses Duell elektrisiert nicht nur die Insel

Jürgen Klopp hat auf die Spiele gegen Pep Guardiolas Mannschaften immer richtig Bock.
Jürgen Klopp hat auf die Spiele gegen Pep Guardiolas Mannschaften immer richtig Bock. FOTO: dpa / Adam Davy
Liverpool. Der FC Liverpool trifft in der Champions League auf Manchester City – und setzt auf Klopps Bilanz.

Es ist ja nicht so, dass Pep Guardiola unbesiegbar wäre. Mitnichten. Es gibt tatsächlich Trainer, gegen die hat der Katalane eine negative Bilanz: Genau genommen ist er sieglos in Aufeinandertreffen mit zehn Kollegen, Carlo Ancelotti etwa. Oder Guus Hiddink. Oder Paul Cook. Als größter Widersacher aber gilt: Jürgen Klopp. Kein Trainer hat mehr Siege gegen eine von Guardiola betreute Mannschaft als der derzeitige „Manager“, wie es in England heißt, des FC Liverpool.


Und nun also: Champions League. Viertelfinale. Liverpool gegen Manchester City. Ein Duell der „wohl aufregendsten Mannschaften der Premier League“, wie der Guardian schreibt. „Es wird Feuer im Spiel sein. Wenn ich mich als Zuschauer entscheiden müsste, würde ich diese Partie gucken“, sagte Klopp im Vorfeld. Für das Feuer werden er und Guardiola schon sorgen. Unvergessen das 4:3 von Liverpool gegen ManCity am 14. Januar. Ein Spektakel. Und der sechste Sieg für Klopp im zwölften Spiel gegen Guardiola.

In der Tabelle liegt Liverpool 18 Punkte hinter Spitzenreiter ManCity auf Rang drei. Allerdings: Dieses 3:4 ist noch immer die einzige Niederlage der Citizens in dieser Saison in der Premier League. Nicht nur deswegen hat der designierte Meister einen Heidenrespekt vor den Reds. „Liverpools Spiel“, sagte Guardiola, „ist kompliziert für uns“. Es gebe, erläuterte er, „kein Team auf der Welt, das den Gegner vor allem in der Mitte des Feldes so unter Druck setzt“. Tatsächlich haben Mannschaften von Guardiola mit Mannschaften von Klopp Probleme. „Vielleicht“, sinnierte Guardiola, sei Klopp „der beste Manager der Welt, wenn es darum geht, die Abwehr unter Druck zu setzen, mit und ohne Ball“. Dies beinhaltet den Respekt vor den Angreifern Mohamed Salah, Sadio Mane und Robert Firmino. „Diese drei Spieler sind fast unaufhaltsam. Sie sind so schnell und so gut“, sagte Guardiola.



Klopp wiederum wies gerade darauf hin, dass zwischen ihm und Guardiola bislang nie Chancengleichheit bestanden habe. „Es ist einfach so, dass Pep immer bessere Teams hatte als ich“, sagte er. Seine Bilanz (sechs Siege, ein Unentscheiden und fünf Niederlagen) gegen den Katalanen mag diese Einschätzung sogar noch aufwerten. „Allerdings“, versicherte Klopp auch, „war der Unterschied noch nie so gering wie jetzt. Als wir Bayern und Borussia Dortmund trainierten, war der Unterschied ziemlich groß.“

Seine derzeitige Mannschaft redet Klopp vor dem ersten Aufeinandertreffen in Anfield heute Abend (20.45 Uhr/Sky) ein wenig klein. „In einigen Momenten sind wir auf dem gleichen Niveau. Wir glauben an unsere Chance, aber wissen, dass es unglaublich schwer wird“, sagte er. Für Liverpool wäre es auch an der Zeit, ein Zeichen zu setzen. Guardiola wird wohl am Wochenende wieder einen Titel gewinnen (Meisterschaft in der Premier League) – seinen 23. insgesamt. Klopp dagegen wartet immer noch auf den ersten mit seinem derzeitigen Club. Ein Einzug ins Halbfinale der Champions League könnte Klopp vom Makel befreien, dass er die großen Spiele wie die Endspiele im Ligapokal oder in der Europa League 2016 nicht gewinnt.