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Die zwei Leben des Joachim Deckarm

Die zwei Leben des Joachim Deckarm

Saarbrücken. Genau 30 Jahre nach seinem Sportunfall hat der frühere deutsche Handball-Nationalspieler Joachim Deckarm gestern auf seiner Internetseite auf das im September erscheinende Buch "Teamgeist - Die zwei Leben des Joachim Deckarm" hingewiesen

Saarbrücken. Genau 30 Jahre nach seinem Sportunfall hat der frühere deutsche Handball-Nationalspieler Joachim Deckarm gestern auf seiner Internetseite auf das im September erscheinende Buch "Teamgeist - Die zwei Leben des Joachim Deckarm" hingewiesen. Autor Rolf Heggen schildert darin den sportlichen Höhenflug des Weltmeisters von 1978, den Unfall 1979 sowie die Bewältigung der schwerwiegenden Folgen.

Das Buch wird herausgegeben von der Stiftung Deutsche Sporthilfe, dem Deutschen Handball-Bund und der Handball-Bundesliga. Es kostet 19,90 Euro. Der Verkaufserlös fließt in den Deckarm-Fonds der Stiftung Deutsche Sporthilfe, der seit 1980 Kosten für Rehabilitation und Pflege des einst besten Handballers der Welt trägt. Schon vor dem Start des Vorverkaufs liegen der Sporthilfe viele Bestellungen vor. "Die spontanen Bestellungen zeigen einmal mehr die große Solidarität des Sports und im Besonderen des Handballs mit Joachim Deckarm. Wir hoffen, dass dieses Projekt ein Erfolg wird, damit Jo Deckarm weiterhin in der Form unterstützt werden kann, wie dies seit fast drei Jahrzehnten durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe geschieht", sagte Michael Ilgner, geschäftsführender Vorstand der Stiftung.

Deckarm war am 30. März 1979 im Europacup-Spiel im Trikot des VfL Gummersbach im ungarischen Tatabanya verunglückt. Er stieß bei einem Tempogegenstoß mit Gegenspieler Lajos Pánovics zusammen und stürzte bewusstlos und ungebremst mit dem Kopf auf den Beton-Hallenboden. Der 104-malige Nationalspieler erlitt unter anderem einen doppelten Schädelbasisbruch und eine schwere Gehirnquetschung. 131 Tage später erwachte er mit Hirnschädigungen aus dem Koma.

Seit 2002 lebt Deckarm in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in seiner Heimatstadt Saarbrücken. Zum Jahrestag des Unfalls sagte der 55-Jährige: "Dies ist ein ganz normaler Tag für mich. Nach dem Aufstehen werde ich mein Tagesprogramm durchführen, mit meinem Betreuerteam zusammen sein und dann schlafen gehen." red