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Die zwei Gesichter des FCK

Die zwei Gesichter des FCK

Kaiserslautern. Marco Kurz hätte am liebsten die Augen verdreht. Er tat es nicht, aus Respekt vor seinem Trainerkollegen vom FC Augsburg. Aber als Jos Luhukay sagte, dass seine Mannschaft "spielerisch alles gegeben hatte", war zu sehen, dass der Trainer von Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern um Fassung rang

Kaiserslautern. Marco Kurz hätte am liebsten die Augen verdreht. Er tat es nicht, aus Respekt vor seinem Trainerkollegen vom FC Augsburg. Aber als Jos Luhukay sagte, dass seine Mannschaft "spielerisch alles gegeben hatte", war zu sehen, dass der Trainer von Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern um Fassung rang.Es stellt sich die Frage, wie der FCK mit dem 1:1 (0:1) gegen Augsburg am Sonntag umgehen soll. Ist es glücklich, wenn Itay Shechter in der 80. Minute den Rückstand von Sascha Mölders (9. Minute) ausgleicht? Oder ist es Pech, wenn allein in der zweiten Halbzeit drei Mal ein Augsburger auf der Linie klärt?

Tatsache war, dass Kaiserslautern stark begann, die Augsburger fielen nur durch ihre Fußballschuhe auf, die wohl von einer Textmarker-Firma gesponsert wurden. FCK-Verteidiger Rodnei hatte traditionell-schwarze Treter an - rutschte trotzdem in der Vorwärtsbewegung aus. Daniel Baier holte sich den Ball, legte Sascha Mölders vor, der die Kugel im Winkel versenkte. Nach dem 0:1 spielten die "Roten Teufel" eine der schlechtesten Halbzeiten der letzten Zeit. Weil es mittlerweile in Strömen regnete und der Rasen noch rutschiger wurde, erinnerte die Vorstellung an einen schlechten Sketch. Die FCK-Spieler rutschten, fielen, spielten oder lupften den Ball ins Leere. Die Fans fanden das gar nicht witzig und pfiffen gnadenlos.

Und die Augsburger? Die wollten den Ball nicht haben. Der Aufsteiger verbarrikadierte sich in der eigenen Hälfte, bolzte die Kugel in Bezirksliga-Art planlos nach vorn. Es spricht nicht für den FCK, dass Augsburg trotzdem die besseren Chancen hatte. Aber auch nicht für den FCA, dass sie gegen einen desolat spielenden Gegner nicht nachlegten.

In Halbzeit zwei drehte sich Kaiserslautern um 180 Grad - nicht nur, weil die Seiten gewechselt wurden. Rodnei (70.), Dorge Kouemaha (74.) und Richard Sukuta-Pasu (76.) verzweifelten an Gästetorwart Simon Jentzsch. In der 80. Minute traf Shechter zum verdienten 1:1. Der FCK drängte auf das zweite Tor, kassierte durch Akaki Gogia, der das Lattenkreuz traf (87.), aber fast das 1:2.

Am Ende hatte der FCK 68 Prozent Ballbesitz, brachte 418 Pässe zum Mann (Augsburg 164) und Torwart Jentzsch hatte mit 33 Ballkontakten mehr als Torschütze Mölders (22). Und der Ex-Kaiserslauterer Axel Bellinghausen sagte, dass sein FC Augsburg "aus wenig sehr viel gemacht hatte". Er brachte es besser auf den Punkt als sein Trainer.

saarbruecker-zeitung.de/fck