Handball: Die Wölfe als geprügelte Hunde

Handball : Die Wölfe als geprügelte Hunde

Seit dem Wochenende stehen die vier Teilnehmer des Finalturniers im Handball-Saarlandpokal fest. Der HSV Merzig/Hilbringen wird an Ostermontag nur Zuschauer sein. Die Wölfe verloren im Halbfinalturnier zu Hause beide Spiele.

Der Favorit ist seiner Rolle gerecht geworden. Dominant und nahezu mühelos glitten die Handballfreunde Illtal am Samstag durch das erste der beiden Halbfinal-Turniere im Saarlandpokal. Der Oberligist zeigte von seinem ersten Auftritt in der Sporthalle Diefflen an, dass er auch dieses Jahr beste Aussichten auf die Titelverteidigung hat. Schon nach seinen ersten zwei Spielen – gegen die Saarlandligisten TV Niederwürzbach und TV Merchweiler gewann Illtal 27:11 und 26:11 – war für die Zebras der Final-Turnier-Einzug in trockenen Tüchern.

Im Gegensatz zu den Handballfreunden mühte sich Ausrichter HC Dillingen/Diefflen, ebenfalls Viertligist, ab. „Ich wollte eigentlich durch das Turnier etwas Positives bewirken, weil wir in der Hinrunde in der Oberliga eine harte Zeit hatten. Aber wenn man ehrlich ist, haben wir im Turnier nicht gerade überzeugt“, schnaufte Trainer Sven-Malte Hoffmann. „Wir haben uns gegen Merchweiler schon schwergetan, aber gegen Niederwürzbach waren wir grottenschlecht.“

Dem mühsamen 14:11-Sieg gegen Merchweiler folgte eine 17:18-Niederlage gegen Würzbach, bei der seine Schützlinge regelmäßig am starken Stefan Dreßler im TVN-Tor verzweifelten. Zum Glück für Diefflen hatten die Handballfreunde Illtal die Gegner deutlich abgeschossen, sodass Dillingen/Diefflen eine 9:15-Niederlage im Oberliga-Duell letztlich zum Finaleinzug reichte. Dank der besseren Tordifferenz. Hoffmann: „Aber spielerisch war das nicht das, was die Jungs und ich uns vorgestellt haben.“ Immerhin: Für Dillingen/Diefflen ist es überhaupt erst die zweite Teilnahme am Finalturnier nach 2016.

Im zweiten Turnier des Wochenendes, das tags darauf in der Merziger Thielsparkhalle stattfand, traten nach der kurzfristigen Absage des TV Homburg (wir berichteten) nur drei Mannschaften an: die SGH St. Ingbert, Gastgeber HSV Merzig/Hilbringen und der SV 64 Zweibrücken (alle Saarlandliga). Letztgenannter war im Wettbewerb zwar offiziell als erste Mannschaft (RPS-Oberliga) gemeldet, schickte allerdings seine zweite Mannschaft nach Merzig. Diese Entscheidung hatte Zweibrückens Trainer Stefan Bullacher unter der Woche so begründet: „Seit der Landespokalsieger nicht mehr automatisch am deutschen Handball-Pokal teilnimmt, hat die Veranstaltung ihren sportlichen Reiz verloren. Vielen ist sie eine lästige Pflicht geworden.“

So kam es also zum Dreier-Duell der Mannschaften, die sich bereits im Liga-Betrieb gegenüberstanden. Und während die Westpfälzer dem Ausrichter HSV Merzig/Hilbringen schon im ersten Spiel ein 17:17-Unentschieden abtrotzten, genügte der SGH St. Ingbert im anschließenden Duell mit den Zweibrücker Löwen schon ein 19:17-Erfolg, um das Finalticket zu lösen.

„Nach der Auslosung dachten wir uns, dass es uns nicht viel schwerer hätte treffen können, aber dadurch, dass der SV nicht mit der ersten Mannschaft antrat, und die Homburger abgemeldet haben, war es im Nachhinein etwas leichter, als zu Beginn gedacht“, erzählt St. Ingberts Kapitän Michael Bauer.

 Er steuerte zuerst drei Tore bei und drehte im abschließenden Spiel zwischen SGH und HSV noch einmal so richtig auf. Obwohl die Partie für seine Mannschaft nicht mehr von Bedeutung war. „Da wir aber Zweibrücken gegenüber nicht unfair sein wollten, gaben wir auch hier nochmal alles und konnten die Merziger so vor eigenem Publikum aus dem Pokal werfen“, sagte der zehnfache Torschütze. Den 23:19-Sieg wertete der Kapitän gleichzeitig als „eine kleine Wiedergutmachung für die Niederlage vor ein paar Wochen“. In der Liga hatte der HSV an gleicher Stelle noch 34:25 triumphiert.

Entsprechend groß war der Katzenjammer bei den Wölfen: „Wir sind nicht als Mannschaft aufgetreten, sondern als Einzelspieler, was eigentlich ungewohnt ist für uns. Da war eine Menge, Menge Luft nach oben“, haderte HSV-Kapitän Marcel Rudolph, der wegen einer Verletzung aus dem letzten Ligaspiel selbst nicht mitspielen konnten (wir berichteten). „Wir haben vorne wie hinten viel zu viele Fehler gemacht. Gegen St. Ingbert haben wir uns komplett selber geschlagen.“

Das Finale findet am 22. April, Ostermontag, in der Joachim-Deckarm-Halle in Saarbrücken statt. Die Begegnungen werden noch ausgelost.