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Die WM in Deutschland und Dänemark sucht ihren Superstar

Handball : Diese Superstars wollen die WM prägen

Der Franzose Nikola Karabatic, Dominator der vergangenen Jahre, fehlt bei den Titelkämpfen verletzt. Wer tritt in seine Fußstapfen?

Die Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark beginnt an diesem Donnerstag, die Fans dürfen sich auf ein großes Handball-Fest freuen. Die SZ stellt die Superstars der Sportart vor, die in Abwesenheit des Franzosen Nikola Karabatic (Fuß-Operation) zu den prägenden Gesichtern des Turniers werden könnten.

DOMAGOJ DUVNJAK (30 Jahre alt, Kroatien): Die WM in Deutschland ist quasi Duvnjaks zweites Heim-Turnier in Serie. Nachdem der Kapitän des THW Kiel bei der EM in Kroatien schon nach dem Auftaktspiel passen musste, will er seinem Team nun in Deutschland, seiner Wahlheimat, zum ganz großen Wurf verhelfen. Seit 2009 verdient Duvnjak in der Bundesliga sein Geld, gewann zwei Meisterschaften, zwei Mal den DHB-Pokal und die Champions League. Der ganz große Wurf fehlt dem Welthandballer von 2013 nur noch mit der Nationalmannschaft – bei der bevorstehenden WM sind seine Kroaten trotz der Ausnahmefähigkeiten von Duvnjak aber nur Außenseiter.

UWE GENSHEIMER (32 Jahre alt, Deutschland): Der Linksaußen des französischen Spitzenclubs Paris St. Germain ist ein Spieler mit Weltstar-Status. Seine pfeilschnellen Tempogegenstöße und die verrückten Wurfvarianten aus schier unmöglichen Situationen sind in der Szene seit Jahren berühmt-berüchtigt und ließen ihn zum besten Linksaußen der Welt aufsteigen. Gensheimer holte als Torjäger vom Dienst Meisterschaften und Pokale – auf einen großen internationalen Titel wartet der Mann mit dem genialen Handgelenk aber noch immer. Beim EM-Titel 2016 war er verletzt.

MIKKEL HANSEN (31 Jahre alt, Dänemark): Wenn im Handball von Superstars die Rede ist, kommt man an ihm nicht vorbei. Lange Haare, Stirnband: Das ist Mikkel Hansen. Und dass der Rückraumspieler von Paris St. Germain, von Stefan Kretzschmar kürzlich als „Über-Meister“ geadelt, im handballverrückten Dänemark wie kein Zweiter verehrt wird, kommt nicht von ungefähr. Hansen wurde Olympiasieger 2016, er wurde Europameister 2012, war zwei Mal Welthandballer (2011 und 2015), stand vier Mal bei großen Turnieren im All-Star-Team und wurde zwei Mal zum besten Spieler ernannt – nur der WM-Titel, der fehlt ihm noch.

SANDER SAGOSEN (23 Jahre alt, Norwegen): Der Aufstieg der norwegischen Nationalmannschaft in den Kreis der Titelkandidaten hängt untrennbar mit dem aufstrebenden Spielmacher zusammen. Vor drei Jahren führte Sagosen, der wie Hansen und Gensheimer sein Geld inzwischen beim Scheichclub in Paris verdient, Norwegen erstmals in ein EM-Halbfinale, vor zwei Jahren erstmals in ein WM-Endspiel. Bei beiden Turnieren schaffte es die Mannschaft von Trainer Christian Berge (noch) nicht nach ganz oben – Sagosen wurde trotz seines jungen Alters aber jeweils ins All-Star-Team gewählt.

ALEX DUSCHEBAJEW (26 Jahre alt, Spanien): Allein der Name verpflichtet. Als Sohn des zweimaligen Welthandballers und langjährigen Bundesliga-Stars Talant eroberte Alex in den vergangenen Jahren die Handballwelt, gewann in Mazedonien und Polen nationale Titel am Fließband und 2017 mit Vardar Skopje die Champions League. Vorläufiger Höhepunkt der vergleichsweise noch jungen Karriere: Der EM-Triumph mit Spanien vor einem Jahr in Kroatien, zu dem Duschebajew mit vier Toren allein im Finale maßgeblich beitrug. Der Linkshänder wurde nach einem überragenden Turnier, natürlich, ins Team der Besten gewählt.

JIM GOTTFRIDSSON (26 Jahre alt, Schweden): Das schwedische Kraftwerk ist eines der Erfolgsfaktoren des deutschen Meisters SG Flensburg-Handewitt – und der Auswahl seines Heimatlandes. Mit seinem dynamischen Spiel führte er die schwedische Mannschaft vor Jahresfrist ins EM-Finale und ist ein wichtiger Baustein der Renaissance, die der Rekord-Europameister gerade erlebt. In Kroatien wurde Gottfridsson zum besten Spieler des Turniers gewählt.

NEDIM REMILI (23 Jahre alt, Frankreich): Eigentlich ist der Name Nikola Karabatic an dieser Stelle gesetzt, doch wegen der Verletzung des großen Dominators des vergangenen Jahrzehnts muss bei der bevorstehenden WM die nächste Generation das Unternehmen Titelverteidigung angehen. Und da fällt der Blick fast zwangsläufig auf Nedim Remili. Der Linkshänder von Paris St. Germain gilt spätestens seit der starken WM vor zwei Jahren als Überflieger und dürfte Frankreich zusammen mit Spielern wie Dika Mem oder Kreisläufer Nicolas Tournat weitere Jahre in der Weltspitze garantieren.

VINCENT GÉRARD (32 Jahre alt, Frankreich): Der Franzose war sowohl bei der erfolgreichen WM 2017 als auch bei der EM 2018 als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet worden. An seinen besten Tagen treibt er gegnerische Werfer zur Verzweiflung. Hält Gérard erneut stark, werden die Chancen der Franzosen auf einen erneuten WM-Sieg sicher nicht geringer.