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Kurzbahn-EM in Kopenhagen
Die Vorschwimmer machen ihren Bundestrainer wieder froh

Henning Lambertz fiebert der EM regelrecht entgegen.
Henning Lambertz fiebert der EM regelrecht entgegen. FOTO: dpa / Jens Büttner
Kopenhagen. Henning Lambertz geht mit Vorfreude in die Kurzbahn-EM in Kopenhagen. Das liegt vor allem an Philip Heintz und Marco Koch, aber nicht nur an ihnen.

Frieden mit Philip Heintz, Freude über Marco Koch – seine beiden Vorschwimmer machen Bundestrainer Henning Lambertz nach einer Weltmeisterschaft mit viel Ärger und enttäuschenden Ergebnissen wieder froh. Doch nicht nur deshalb geht Lambertz mit einem guten Gefühl in die Kurzbahn-EM. Auch Athleten aus der zweiten Reihe können in Kopenhagen ab heute für Medaillen sorgen.


„Es tut allen unheimlich gut, dass nicht nur auf Marco Koch und Philip Heintz geschielt wird. Man muss fünf, sechs Athleten im Blick haben, die gute Chancen auf ein Finale haben und vorne landen können“, sagte Lambertz. Vizeweltmeisterin Franziska Hentke, Christian Diener, Sarah Köhler, Jacob Heidtmann und Damian Wierling wollen bei der Medaillenvergabe auf der 25-Meter-Bahn ein Wörtchen mitreden. „Wir haben ein starkes Team am Start“, sagte Lambertz: „Wir wollen sehen, wo wir international stehen.“

Nach dem schlechtesten Abschneiden in der WM-Geschichte vor vier Monaten in Budapest ist ein sichtbarer Aufschwung auch bitter nötig. Besonders motiviert sind die beiden Vorschwimmer. Weltrekordler Koch (27) scheint durch eine Ernährungsumstellung seine Gewichtsprobleme in den Griff bekommen zu haben. Und der Olympiafünfte Heintz (26) hat den WM-Frust nach einer Aussprache mit dem Bundestrainer abgehakt.



„Wir haben uns viel Zeit genommen und versucht, all das aus dem Weg zu räumen, was in der Vergangenheit vielleicht zwischen uns stand“, berichtete Lambertz über das Gespräch, das in den Räumen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) vor zwei Wochen in Frankfurt stattgefunden hat. Heintz meinte dazu: „Er hat meine Probleme verstanden, ich seine. Von der Seite her sind wir wieder im Lot.“

Bei der WM hatte Heintz nach seinem enttäuschenden siebten Platz über 200 Meter Lagen einen lange schwelenden Konflikt mit dem Bundestrainer öffentlich gemacht und unter anderem die Terminplanung kritisiert. Zweieinhalb Jahre vor Olympia in Tokio können sich aber weder Heintz noch Lambertz atmosphärische Störungen erlauben.

Bei der Kurzbahn-EM will Heintz wieder für sportliche Schlagzeilen sorgen. Zwar habe er in der Vorbereitung den Fokus auf Ausdauer und weniger auf Schnelligkeit gelegt, „trotzdem ist es mein Ziel, zwei Medaillen zu holen“, sagte der Lagenspezialist mit Blick auf die Rennen über 200 und 400 Meter.

Kochs Vorbereitung wurde zwar durch einen Magen-Darm-Virus gestört, doch der Kurzbahn-Doppelweltmeister scheint auf dem richtigen Weg. Als Konsequenz aus der blamablen WM folgt er nun einem neuen Ernährungs- und Kraftkonzept. „Ich konnte meine Kraftwerte steigern und habe Gewicht verloren“, sagte Koch: „Ich hoffe, dass ich das jetzt umsetzen kann.“