| 19:47 Uhr

Die Tristesse Royale in den Stadien der Spiele

Was muss das deprimierend sein. Da trainierst du ein Leben lang, bist einer der besten Sportler dieser Erde, betrittst das Stadion, vorm TV hängen Millionen Menschen, schauen dir zu, drücken dir Daumen. Und im Stadion? Fast niemand. Kaum Menschen da, Kreisliga-Atmosphäre. Jedes Husten der vereinzelten Zuschauer ist zu hören.

Was muss das deprimierend sein. Da trainierst du ein Leben lang, bist einer der besten Sportler dieser Erde, betrittst das Stadion, vorm TV hängen Millionen Menschen, schauen dir zu, drücken dir Daumen. Und im Stadion? Fast niemand. Kaum Menschen da, Kreisliga-Atmosphäre. Jedes Husten der vereinzelten Zuschauer ist zu hören.


Diese Tristesse Royale müssen viele Sportler auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erleben. In Brasilien bei den Olympischen Spielen. Über 80 Prozent der 6,1 Millionen Tickets seien verkauft, sagt der Veranstalter IOC zwar. Doch die Arenen sind leer. Vielseitigkeitsreiten , Schießen, Bogenschießen, Hockey, Leichtathletik . Doch warum sehen wir so viele blaue, leere Plastiksitze und keine bunten Fahnenschwinger aus Fleisch und Blut? Viele Karten gehen an Sponsoren, die verteilen sie an Kunden, die zu Hause bleiben. Oder Organisationsprobleme: 40 000 Plätze blieben allein am ersten Tag wegen Warteschlangen leer. Die Kosten: Tickets für die Leichtathletik kosten zwischen 75 und 258 Euro - am Tag. Ähnlich sind die Preise für die Schwimmer. Das können sich nur wenige Brasilianer leisten. Und da das IOC nichts verschenken will, sehen die Stadien so aus, wie sie sind: leer. Gut, dass Brasilien zuvor mehrere Milliarden Euro in deren Bau gesteckt hat.