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Die teuflischen Rückkehrer

Die teuflischen Rückkehrer

Kaiserslautern. Es war ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte. Physiotherapeut bei einem Erstligisten. Trotzdem hat Frank Sänger lange überlegen müssen, als vor zwei Jahren das Angebot des 1. FC Kaiserslautern kam, vom 1. FC Saarbrücken zum Rivalen zu wechseln: "Ich habe mich in Saarbrücken wohlgefühlt. Hier war ich zuhause

Kaiserslautern. Es war ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte. Physiotherapeut bei einem Erstligisten. Trotzdem hat Frank Sänger lange überlegen müssen, als vor zwei Jahren das Angebot des 1. FC Kaiserslautern kam, vom 1. FC Saarbrücken zum Rivalen zu wechseln: "Ich habe mich in Saarbrücken wohlgefühlt. Hier war ich zuhause." Dabei war er damals, 2011, vor allem zur rechten Zeit am rechten Ort. Der FCK war auf der Suche nach einem neuen Mannschaftsarzt und hatte sich schnell auf Markus Pahl geeinigt, der damals eben Mannschaftsarzt des FCS war. So kam dann auch Sänger ins Gespräch: "Das war Zufall. Markus Pahl sollte nach Kaiserslautern wechseln und der Verein suchte auch einen neuen Physiotherapeuten. Da lag es nahe, dass er mich fragt."Dennoch hat er sich mit seiner Entscheidung Zeit gelassen. Hat das Für und Wider abgewägt, schließlich verbanden ihn fast 18 Jahre mit dem Verein. Am Ende war es dann aber der Reiz der 1. Liga, die damit verbundene finanzielle Sicherheit und letztendlich gibt es ja auch schlechteres für einen Lebenslauf als die Anstellung bei einem Bundesligisten. "Es war eine Entscheidung für meine Familie", sagt der Vater von vier Kindern. Er wechselte nach Kaiserslautern und hat es nicht bereut.

Am Samstag (18 Uhr) geht es im Ludwigspark aber doch noch einmal um ihn - und um Pahl. Im Zuge des Wechsels der Beiden in die Pfalz wurde ein Testspiel zwischen den beiden Mannschaften vereinbart. 15 Jahre ist es her, dass beide in einem Pflichtspiel aufeinandertrafen. Trotzdem: Wenn FCS und FCK aufeinandertreffen, ist es immer noch etwas Besonderes. Dass Sänger und Pahl nun Anlass für das Wiedersehen sind, spielt für beide aber nur noch eine untergeordnete Rolle. "Nervös bin ich nicht", sagt Sänger und Pahl stimmt ein: "Das ist mir ehrlich gesagt gar nicht bewusst, es freut mich aber sehr, wenn so ein alt-ehrwürdiges Duell neu auflebt. Wir wünschen uns ein schönes Fußballspiel und friedliche, ausgelassene Stimmung auf den Rängen."

Doch Sänger und Pahl sind nicht die Einzigen mit FCS-Vergangenheit. Chef-Trainer Franco Foda spielte von 1985 bis 1987 in Saarbrücken, ehe er zum FCK wechselte. Ein Jahr länger spielte sein Co-Trainer Thomas Kristl für den FCS. Von 1990 bis 1993 trug er blau-schwarz: "An Saarbrücken habe ich fast ausschließlich tolle Erinnerungen. Wir waren sehr erfolgreich und haben Bundesliga gespielt, waren eine sehr gute Truppe. Zu einigen Mitspielern oder auch unserem damaligen Trainer Peter Neururer ist der Kontakt niemals abgerissen", erzählt Kristl.

Es wird also nicht nur für die Fans ein Wiedersehen mit der eigenen Vergangenheit. Wobei Physiotherapeut Sänger für einen Moment doch angespannt sein wird: "Ich hoffe, dass ich mich auch auf die richtige Bank setze."

Hintergrund

Etwa 8000 Zuschauer werden am Samstag im Saarbrücker Ludwigsparkstadion erwartet, wenn um 18 Uhr der 1. FC Saarbrücken gegen den 1. FC Kaiserslautern spielt. "Wir rechnen mit etwa 1500 Roten Teufeln, die meisten davon werden aber wohl aus dem Saarland kommen", sagt Peter Becker, Einsatzleiter der Saarbrücker Polizei. Zwischen den Fans beider Lager gibt es traditionell eine tiefe Abneigung. "Dennoch sehe ich keine Horrorszenarien. Die Polizei ist gut aufgestellt."

Beim Abschlusstraining des FCS am Freitag wurden nochmals Lauf- und Passwege einstudiert, alle Übungen endeten mit dem Torabschluss. Zwischen den Pfosten stand wieder Enver Marina. Der Torwart musste unter der Woche wegen eines Magen-Darm-Infektes pausieren, ist nun wieder fit. Fehlen werden Serkan Göcer (Zehenprellung), Yannick Bach, Michael Müller (beide Aufbautraining), Pascal Pellowski und Manuel Stiefler (beide Reha). cor