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Die Superhelden sind zurück

Dortmund. Borussia Dortmund hat sich mit der Fußball-Gala im 146. Revierderby gegen den FC Schalke 04 wohl endgültig aus dem Abstiegskampf verabschiedet. 31:3 Torschüsse sprechen eine mehr als deutliche Sprache. Günter Bork,Thomas Lipinski (sid)

Als Batman und Robin ihren Torjubel vor der tobenden Südtribüne zelebrierten, war der BVB im 146. Revierderby erlöst. So schnell, wie Pierre-Emerick Aubameyang in den Strafraum gesprintet war und den Ball zum befreienden 1:0 von Borussia Dortmund ins Tor gespitzelt hatte, so blitzartig hatten sich der Gabuner und sein Kumpel Marco Reus die Masken der beiden Comic-Helden über den Kopf gestreift. Der bühnenreife Auftritt der beiden besten Dortmunder Torschützen in der 78. Minute passte zur spektakulären Glanzvorstellung der Schwarz-Gelben beim hochverdienten 3:0 (0:0) gegen den Erzrivalen Schalke 04 .

"In der Hinrunde hatten wir nicht so viel Spaß. Wir waren vor zwei Tagen zusammen essen, das ist dabei herausgekommen", berichtete Reus. Aubameyangs Dolmetscher Massimo Mariotti hatte für den Fall der Fälle eine kleine Tasche mit den Batman-Utensilien in der Nähe des Tores deponiert. "Es war wichtig, ruhig zu bleiben, nachdem wir so viele Chancen ausgelassen hatten, auch ich", sagte Aubameyang, der mit seinem zehnten Saisontreffer erst spät den Grundstein zum höchsten Derbysieg des BVB seit dem 14. November 1998 (3:0) gelegt hatte. Den Gag von Aubameyang und Reus wollte Trainer Jürgen Klopp allerdings nur teilweise gutheißen. "Das Negative ist, dass Auba sich dafür eine Gelbe Karte abholt, das ist unangenehm. Das Positive ist, dass er offensichtlich so selbstbewusst ist, dass er geglaubt hat, dass er sein Tor macht."

Henrich Mchitarjan nur 108 Sekunden später und Reus (86.) nach einem Patzer des Schalker Torhüters Timon Wellenreuther (19) machten den Dortmunder Festtag perfekt. Ein noch höherer Sieg wäre angesichts von 31:3 Torschüssen möglich gewesen. "Ein schöneres Gefühl kann es in der Saison nicht geben", sagte der gebürtige Dortmunder Reus: "Genauso haben wir uns das vorgestellt."

Nach dem vierten Sieg in Folge haben sich die Borussen mit nunmehr 28 Punkten aus der Abstiegszone verabschiedet, obwohl Trainer Klopp nach "einem perfekten Spiel meiner Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute" relativierte: "Es sind nur fünf Punkte nach hinten. Noch ist nichts passiert." Vor vier Wochen habe man noch vom Abstiegskampf geredet, das dürfe man nicht vergessen, daran erinnerte Reus: "Es kommen noch harte Spiele. Aber wenn die anderen oben Punkte lassen, werden wir versuchen, da noch reinzukommen." Zu Schalke sind es nur sieben Zähler.

Bei den Königsblauen war nach der höchsten Niederlage unter Roberto Di Matteo mit ungewohnt wackliger Abwehr und nicht einer einzigen Torchance der Frust groß. Der Trainer stellte sogar seine Mauer-Taktik infrage: "Wir müssen sehen, ob wir nicht grundsätzlich etwas ändern müssen." Schalkes Sportvorstand Horst Heldt sprach von einem "sehr schlimmen Auftritt" und von "kollektivem Versagen - es war ein Wunder, dass es so lange 0:0 stand".